Wie das Netzwerk „The Com“ Kinder in Österreich manipuliert und zu Gewalt anstiftet
Kriminelle des Online-Netzwerks „The Com“ manipulieren Kinder und Jugendliche und drängen sie zu Vandalismus, Mord und sogar Suizid. Auch in Österreich. Auf den Spuren eines der gefährlichsten Gewaltmilieus der Welt.
Doris Pfeiffer genießt ihre Kreuzfahrt am Nil mitten in Ägypten. Die Sonne brennt aufs Deck, die Ufer von Luxor ziehen an ihr vorbei. Eigentlich wollte sie im Urlaub nur kurz aufs Handy schauen. Bis sie auf einen Beitrag in der Facebook-Gruppe ihrer Heimatgemeinde Neuhofen an der Krems stößt, einer 7000-Einwohner Kommune etwa 20 Kilometer von Linz entfernt. Die Facebook-Gruppe ist das digitale Schwarze Brett des Ortes. Sie zählt mehr Mitglieder als Einwohner. Hier werden verlorene Katzen gesucht, Vereinsfeste angekündigt oder Empfehlungen für Handwerker ausgetauscht. Meist geht es um kleine Angelegenheiten des Dorflebens.
An diesem 17. April 2026 ist das anders.
Bürgermeisterin Petra Baumgartner hat einen Beitrag geteilt. „Achtung Vandalismus“, steht da in Großbuchstaben. Im Bereich der Sportallee, einer ruhigen, abgelegenen Wohnstraße, seien in den vergangenen Nächten bei mehreren Autos die Heckscheiben eingeschlagen worden. Im letzten Satz des Postings steht, wer „verdächtige Beobachtungen“ gemacht habe oder weitere Vorfälle bemerke, solle sich bei der Polizei melden. Pfeiffer liest die Warnung und schreibt ihrem Vermieter eine Nachricht. Seit 14 Jahren parkt sie ihren schwarzen Ford auf demselben Parkplatz in der Sportallee. Noch nie sei dort etwas passiert. Dann erreicht sie die Antwort aus Neuhofen. Auch ihr Wagen wurde beschädigt. Die Heckscheibe ist zersplittert.
„Terror by“: Die Aufnahmen dokumentieren Taten in Neuhofen an der Krems. Auf dem Foto ist der Name der Gruppe sowie der Gruppengründer zu sehen. Auch Hakenkreuze sind zu erkennen.
„Terror by“: Die Aufnahmen dokumentieren Taten in Neuhofen an der Krems. Auf dem Foto ist der Name der Gruppe sowie der Gruppengründer zu sehen. Auch Hakenkreuze sind zu erkennen.
Später werden die Ermittler feststellen, dass zwischen dem 15. und 22. April insgesamt vier Autos in Neuhofen an der Krems demoliert wurden. Lange spricht vieles dafür, dass die eingeschlagenen Heckscheiben nichts weiter als blinder Vandalismus sind; die Sache scheint damit abgeschlossen. Doch bald drängt sich ein anderer Verdacht auf, und aus zunächst unspektakulär wirkenden Straftaten ergibt sich die Spur zu einem Täter-Netzwerk, das weit über Österreich hinausreicht. Wie weit, ahnt damals noch niemand.
Als Doris Pfeiffer nach ihrem Urlaub die Polizeidienststelle aufsucht, ist sie noch immer fassungslos. Warum jemand so etwas mache, habe sie die Beamtin gefragt. Eine Antwort bekam sie nicht.
Währenddessen wird im Netz gefeiert.
Wer ist „The Com“?
Hinter der Tat dürfte die Gruppierung „Eterssa“ stehen, eine Untergruppe des Netzwerks „The Com“.
Das legt ein Video nahe, das profil vorliegt und gemeinsam mit anderen Aufnahmen im Zuge der Recherche ausgewertet wurde. Zu sehen sind vermummte Personen. Sie legen Brände, zünden Autos an, schlagen Heckscheiben ein. Ihre Taten filmen sie selbst. Die Aufnahmen sind mit Zeitungsartikeln und Polizeimeldungen unterlegt, als wollten sie dokumentieren, was sie angerichtet haben. Auch der Beitrag der Bürgermeisterin aus Neuhofen erscheint kurz im Bild. Dann wechselt die Szene: Jemand geht mit einem Hammer auf drei geparkte Autos los. Scheibe für Scheibe zerbirst. Eines der Fahrzeuge ist der schwarze Ford von Doris Pfeiffer.
Sekunden bevor die Heckscheibe zersplittert, sind auf dem Glas Schriftzüge und Symbole zu erkennen. Es sind der Name eines Telegram-Kanals sowie die Namen zweier mutmaßlicher Gruppengründer. Auf diese Weise soll die Tat einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden.
Ermittlungen der Polizei ergeben, dass der 14-jährige Jugendliche M. hinter der Tat steht. Um seine Identität zu schützen – der Tatort Neuhofen an der Krems ist eine kleine Gemeinde –, werden keine weiteren Details zu seiner Person genannt. profil hat seine Familie mit den Vorwürfen konfrontiert, um nachzuvollziehen, wie der Jugendliche in das Netzwerk geraten konnte. Eine Stellungnahme lehnte sie ab. M. zeigte sich bei der Einvernahme der Polizei geständig. Laut Ermittlungsakten gab er an, die Tat begangen zu haben, „um mehr Follower“ zu bekommen.
„The Com“ steht als Abkürzung für „Community“, Gemeinschaft. Ein Name, der zunächst harmlos klingt. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein globales Netzwerk, dessen Mitglieder Kinder und Jugendliche gezielt manipulieren, einschüchtern und zu Vandalismus, Mord und Suizid drängen. „The Com“ wird dem sogenannten nihilistischen Akzelerationismus zugerechnet, auf Englisch „nihilistic violent extremism“ (NVE). Die Szene will durch Gewalt und Chaos den gesellschaftlichen Zusammenbruch herbeiführen.
Nihilistische Netzwerke unterscheiden sich von rechtsextremen oder religiös motivierten Gruppen dadurch, dass ihnen eine erkennbare Ideologie fehlt. Es geht nicht um politisch oder religiös motivierten Hass, sondern ausschließlich um Zerstörung. Was danach kommt, spielt für sie keine Rolle.
„Es geht immer darum, sich gegenseitig zu überbieten in einer möglichst gewaltvollen Ausführung der Taten.“
Thilo Manemann, Extremismusforscher vom Cemas-Institut
Ihre Opfer suchen die Mitglieder von „The Com“ vor allem dort, wo sich junge Menschen ohnehin aufhalten: auf Gaming-Plattformen, in sozialen Netzwerken und Chatgruppen. Die Anwerbung beginnt in der Regel mit einer Nachricht auf Discord oder Telegram. Inzwischen finden die Kontaktaufnahmen jedoch vermehrt auf Instagram und TikTok statt. Die meisten Mitglieder bewegen sich nicht nur auf einer Plattform. Sie kommunizieren über verschiedene Apps und halten so miteinander Kontakt. Das FBI warnte am 23. Juli 2025 öffentlich vor „The Com“. Die Behörde beschrieb ein loses Netzwerk, dessen Straftaten von Geld, Rache, Geltungssucht, Ideologie und sexuellen Motiven geprägt ist – und das es vor allem im Netz gezielt auf Kinder und Jugendliche abgesehen hat.
Zum Netzwerk „The Com“ gehören auch sadistische Onlinegruppen wie „764“, „No Lives Matter (NLM)“ oder „Maniacs Murder Cult (M.K.Y.)“. Die Gruppe „764“ geht auf den US-Amerikaner Bradley Chance Cadenhead zurück. Er gründete sie 2021 im Alter von 15 Jahren auf der Nachrichten-App Discord. Der Name verweist auf die Postleitzahl seines Heimatortes Stephenville in Texas. Cadenhead wurde am 25. August 2021 verhaftet und später verurteilt, weil er Minderjährige erpresst und sie zur Herstellung von Missbrauchsdarstellungen, Selbstverletzungen und Tierquälerei genötigt haben soll; er verbüßt in Texas eine 80-jährige Haftstrafe. Die USA, Kanada und Neuseeland haben „764“ bereits als Terrororganisation eingestuft.
Shahriar J. alias „White Tiger“
Wenn ich sehe, wie sich jemand selbst erniedrigt, macht mich das geil
Die Gruppe sucht gezielt labile Minderjährige, um sie zu Selbstverletzungen zu drängen. Die Mitglieder täuschen dabei Freundschaft oder sogar Liebe vor, gelangen so zum Teil an Nacktaufnahmen der Jugendlichen, dann manipulieren, bedrohen und erpressen sie ihre Opfer, um sie zu immer drastischeren Gewalttaten gegen sich selbst und andere zu treiben, und filmen sich dabei selbst.
Im deutschsprachigen Raum erlangte die Gruppe erstmals größere Aufmerksamkeit durch Recherchen von „Spiegel“ und „Washington Post“. Dabei geriet auch ein weiterer mutmaßlicher Rädelsführer in den Fokus: der 21-jährige Deutsch-Iraner Shahriar J. aus Hamburg, der unter dem Alias „White Tiger“ Teil der Szene gewesen sein soll. Über Jahre hinweg soll J. Kontakt zu Minderjährigen in mehreren Ländern gehalten und sie systematisch manipuliert haben.
Besonders erschütternd ist der Fall des 13-jährigen US-Amerikaners Jay Taylor aus einer Vorstadt von Seattle. Shahriar J. soll den Jugendlichen massiv unter Druck gesetzt und ihn schließlich in den Suizid getrieben haben. Dasselbe versuchte er offenbar bei einer 15-jährigen Kanadierin. Insgesamt soll J. über 200 Taten gegen mehr als 30 überwiegend minderjährige Opfer begangen haben. Vorgeworfen wird ihm unter anderem der Besitz von Kindesmissbrauchsdateien, schwerer Missbrauch über das Internet und fünffacher versuchter Mord.
„Der Spiegel“ zitiert J. mit Aussagen, in denen er sich selbst als Rassisten und Nazi bezeichnet und angibt, pädophil und „stolz darauf“ zu sein. In Chats soll er zudem mit Bildern geprahlt haben, auf denen Mädchen seinen Nutzernamen in die Haut ritzen. „Wenn ich sehe, wie sich jemand selbst erniedrigt, macht mich das geil“, soll er geschrieben haben. Am 17. Juni 2025 wurde Shahriar J. in Hamburg festgenommen. Er befindet sich Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
„Eterssa“ und die Spuren nach Russland
Im Gegensatz zu „764“ ist über „Eterssa“ bislang vergleichsweise wenig bekannt. Die Spuren, die sich finden lassen, führen über Screenshots zu einzelnen Posts und Videos, die in Telegram-Kanälen auftauchen und wieder verschwinden. Ein geschlossenes Bild ergibt sich daraus nicht. Was sich dennoch erkennen lässt, ist die Einordnung der Gruppe in dasselbe nihilistische Online-Milieu wie „764“, NLM und M.K.Y. In den Telegram-Posts, die der Gruppe zugeschrieben werden, ist von Hass auf „alle Menschen“ die Rede und von der Absicht, „viele Menschen zu töten“. In einem Video hält ein Mitglied eine Pistole in die Kamera, auf dem Lauf ist der Schriftzug „Eterssa“ zu lesen. Das Gesicht des Mannes ist hinter einer gelben Eishockeymaske verborgen, die Ähnlichkeit mit der Figur Jason Voorhees aus der Horrorfilmreihe „Freitag der 13.“ hat. Hinter ihm hängt eine Nazi-Flagge.
In einem Video hält ein Mitglied eine Pistole in die Kamera, auf dem Lauf ist der Schriftzug „Eterssa“ zu lesen. Das Gesicht des Mannes ist hinter einer gelben Eishockeymaske verborgen, die Ähnlichkeit mit der Figur Jason Voorhees aus der Horrorfilmreihe
In einem Video hält ein Mitglied eine Pistole in die Kamera, auf dem Lauf ist der Schriftzug „Eterssa“ zu lesen. Das Gesicht des Mannes ist hinter einer gelben Eishockeymaske verborgen, die Ähnlichkeit mit der Figur Jason Voorhees aus der Horrorfilmreihe
In einem anderen Post fragt ein Mitglied, wer in zwei Stunden eine Brandstiftung durchführen wolle – und stellt dafür die Antwortmöglichkeiten „Ja“ oder „Nein“ zur Auswahl, als ginge es um eine spontane Verabredung. Die Tat selbst wird dabei nicht erklärt oder begründet; es geht allein darum, jemanden zu finden, der sie ausführt. Ein Motiv ist nicht zu erkennen. Gleichzeitig fällt auf, dass in einzelnen Aufnahmen immer wieder rechtsextreme Symbole wie Hakenkreuze auftauchen – auch in jenem Video, das mutmaßlich im Zusammenhang mit den Taten in Neuhofen an der Krems steht. Diese Symbole könnten gezielt eingesetzt worden sein, um zu schockieren oder Aufmerksamkeit zu erzeugen. Gerade in diesen nihilistischen Online-Milieus lässt sich das kaum voneinander trennen. Politische Anspielungen, Provokation und reine Selbstinszenierung gehen oft ineinander über.
„Das kann mit Sachbeschädigungen oder Brandstiftungen beginnen, sich aber weiter zuspitzen – bis hin zu Körperverletzungen oder Mordplänen.“
Thilo Manemann
Analyseinstitut Cemas
Klare Unterschiede zwischen einzelnen Gruppen und Strukturen sieht Thilo Manemann vom deutschen Analyseinstitut Cemas kaum. „Ich würde nicht davon sprechen, dass ein Netzwerk schlimmer ist als das andere. Die Aggression richtet sich je nach Ausrichtung gegen unterschiedliche Ziele. Aber die Gewalteskalationsspirale ist immer präsent. Es geht immer darum, sich gegenseitig zu überbieten in einer möglichst gewaltvollen Ausführung der Taten. Das kann in einem Netzwerk mit Sachbeschädigungen oder Brandstiftungen beginnen, sich aber im selben Netzwerk weiter zuspitzen – bis hin zu Körperverletzungen oder auch Mordplänen.“ Im Mai wurden in Deutschland vier Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren festgenommen, weil sie einen Mord an einen anderen Buben geplant hatten. Auch hier führt die Spur zu „Eterssa“.
Der Ursprung von „Eterssa“ lässt sich, anders als bei „764“, bislang nicht klar bestimmen. Erstmals aufgefallen ist die Gruppe am 6. und 7. Jänner durch Attentats- und Bombendrohungen in den USA. Mindestens 14 Schulen in Texas wurden als mögliche Ziele genannt. profil liegen die Screenshots der Telegram-Gruppe vor. Andere Vermutungen verorten den Ursprung in Russland oder in der Ukraine. Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge berichtet in diesem Zusammenhang über Hinweise auf russische Anwerbeversuche von Minderjährigen für Sabotageakte in der Ukraine. Auch dabei wird ein Telegram-Kanal mit dem Namen „Eterssa“ erwähnt.
Der ukrainische Geheimdienst SBU sieht sogar Hinweise auf eine mögliche Verstrickung des russischen Geheimdienstes. Demnach soll dieser an der Rekrutierung der Jugendlichen beteiligt gewesen sein. Am 23. April wurde in der Ukraine ein 15-Jähriger in der Region Kirowohrad festgenommen, weil er laut SBU geplant haben soll, auf seine Klassenkameraden zu schießen und seine Schule in die Luft zu sprengen. Der SBU erklärte, der russische Geheimdienst habe versucht, Jugendliche über einen Telegram-Kanal für solche Taten zu rekrutieren. Der Name des Kanals lautet „Eterssa“.
Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) wollte sich auf Anfrage nicht zu konkreten „The-Com“-Netzwerken und möglichen Verbindungen nach Österreich äußern. Die DSN arbeitet jedoch mit Europol und anderen internationalen Ermittlungsbehörden zusammen, um Informationen zu gewaltbereiten Online-Netzwerken zu erhalten.
Weitere Fälle?
Im Mai hat die deutsche Analyseorganisation Cemas einen Bericht über die neue Form nihilistischer Gewalt veröffentlicht. Darin werden mehrere Brandstiftungen und Sachbeschädigungen in Deutschland und Österreich untersucht, die mit einem nihilistischen Täterumfeld in Verbindung gebracht werden. Die Fälle konzentrieren sich auf einen Zeitraum von rund zwei Wochen im April. Sowohl Recherchen von profil als auch des deutschen Zeitungsverlags Waiblingen ordnen die Taten anhand von Videoaufnahmen der Gruppierung „Eterssa“ zu. Unabhängig von profil recherchierte in Österreich auch die Rechercheplattform „Dossier“ zu den Fällen. Cemas bestätigt gegenüber profil, dass die Angriffe, die in Baden-Württemberg und Oberösterreich verübt wurden, eine Verbindung zur Gruppierung „Eterssa“ nahelegen. Ob weitere Fälle diesem Netzwerk zugerechnet werden können, konnte nicht beantwortet werden.
Unmittelbar nach den Vandalenakten auf mehrere Autos in Neuhofen an der Krems ging am 24. April eine Bombendrohung gegen den örtlichen Schulkomplex ein. Rund 700 Schülerinnen und Schüler besuchen dort Volks- und Mittelschule. Nach Informationen von profil laufen auch in diesem Fall Ermittlungen, ob ein Zusammenhang mit einem nihilistischen Online-Netzwerk besteht.
Es wäre nicht das erste Mal. Bereits vor rund einem Jahr registrierte das Bundeskriminalamt mehr als 50 Bombendrohungen gegen Schulen in Österreich. Auch in Deutschland beschäftigten ähnliche Serien die Behörden. Recherchen von „Spiegel“ und dem ARD-Magazin „Kontraste“ führten damals zur Gruppe „New World Order“ (NWO), die ebenfalls dem nihilistischen Online-Milieu zugerechnet wird.
„Es ist wichtig, dass die Gesellschaft informiert und sensibilisiert wird.“
Petra Huber-Lintner, Leiterin für allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt
Um auf die Entwicklung zu reagieren, hat das österreichische Bundeskriminalamt im März die Arbeitsgemeinschaft (AG) „The Com“ eingerichtet. Gemeinsam mit den Landespolizeidirektionen werden derzeit bundesweite Analysen durchgeführt. Ziel sei es, „ein möglichst umfassendes bundesweites Lagebild zu diesem Phänomen in Österreich zu erstellen und allfällige The-Com-Bezüge festzustellen“, heißt es.
Wie ernst die Behörden die Bedrohung nehmen, zeigt auch eine andere Maßnahme des Bundeskriminalamts. Vergangene Woche wurden erstmals Newsletter an österreichische Schulen verschickt, um über das Phänomen „The Com“ zu informieren und vor dem Vorgehen der Täter zu warnen. „Es ist ein schmaler Grat zwischen umfassender Berichterstattung und der möglichen Profilierung der Täter. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft informiert und sensibilisiert wird. Gleichzeitig besteht immer die Gefahr, den Tätern damit eine Bühne zu bieten“, sagt Petra Huber-Lintner, Leiterin des Büros für allgemeine Kriminalität im Bundeskriminalamt.
Die AG „The Com“ wertet nun auch zurückliegende Fälle aus, um zu prüfen, ob weitere Straftaten in Österreich mit den nihilistischen Netzwerken in Verbindung stehen.
Auch mehr als zwei Monate später beschäftigt Doris Pfeiffer die Frage, warum jemand so etwas macht. Die Antwort scheint komplexer, als es irgendjemand je vermutet hätte.
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Daniela Breščaković
ist seit April 2024 Innenpolitik-Redakteurin bei profil. War davor bei der „Kleinen Zeitung“.