Die Räumlichkeiten rund um den Salzburger Domplatz wurden zu einem geschlossenen Rundgang vereint. Vier Museen sowie die Burgen- und Schlösserverwaltung haben sich zu einem barocken Gemeinschaftsmuseum zusammengeschlossen.

© DomQuartier/HG Esch

Österreich
06/10/2020

profil-Morgenpost: Sind Sie erneuert energisch?

Guten Morgen!

von Gernot Bauer

Österreich ist das „Wasserschloss Europas“ (Wolfgang Schüssel, 2006). Wasser ist unser nasses Gold. Wir baden in Trinkwasser. Die Qualitätsanforderungen an Badegewässer sind in der EU-Badegewässerrichtlinie festgelegt. Alljährlich erstellt die EU ein Ranking der Best-Water-Countries in Europa. Österreich liegt heuer hinter Zypern auf Platz 2. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sagte dazu, was gesagt werden muss: „Wenn man die Ergebnisse rein auf Binnengewässer umlegt, liegen wir sogar auf Platz eins.“

Frau Köstinger will, dass die Österreicher heuer Urlaub in Österreich machen. profil-Tipp: das Trattnachtal in Oberösterreich. Man kann dort in der Therme Bad Schallerbach in prima Binnenwasser baden oder lokale Sehenswürdigkeiten besichtigen, zB die Kläranlage des Reinhalteverbands Trattnachtal. Dort wird aus dem mit Fäkalien und Urin versetzten Abwasser Wärme gewonnen. Denken Sie jetzt nicht, dass man im Hausruckviertel mit jedem Scheiß Geld machen kann! Es handelt sich nämlich um ein EU-Projekt. „In Österreichs Kläranlagen schlummern enorme Mengen erneuerbarer Energie“, schreibt profil-Wissenschaftsautorin Franziska Dzugan. Den ganzen Artikel finden Sie hier. Sie können ihn lesen, wo sie wollen.

Was Urlaub in Österreich betrifft, ist das Hausruckviertel sicher eine Alternative. Es muss ja nicht immer das Salzkammergut sein. Obwohl es dort am schönsten ist. Um uns öffentlich-rechtlich-auftragsgemäß zu beruhigen, zeigte der ORF in den beklemmenden Wochen des Corona-Hausarrests Feelgood-Filme, in denen das Salzkammergut, seine Umgebung und seine Badegewässer den Schauplatz bilden. Am berühmtesten: „Im weißen Rössl“ (1960). Die Handlung ist bekannt: Peter Alexander spielt einen Oberkellner, der sich in seine resche Wirtin, gespielt von Waltraud Haas, verliebt. In „Saison in Salzburg“ (1961) spielt Peter Alexander einen Oberkellner, der sich nicht in seine resche Wirtin, gespielt von Waltraud Haas, verliebt.

Dem Frauentyp „resche Wirtin“ in feministischer Kompatibilität entspricht im Jahr 2020 am ehesten Helga Rabl-Stadler. Die Festspielpräsidentin hat es mit einzigartiger Hartnäckigkeit geschafft, dass auch heuer Elektra statt Corona in Salzburg Saison hat. Rabl-Stadler wäre eine gute Kulturministerin gewesen. Ein ordinäres Kultur-Staatssekretariat hätte sie niemals angenommen, womit der Anfangsfehler von Ulrike Lunacek bereits umrissen ist. profil Kolumnistin Elfriede Hammerl erklärt hier, warum und woran die grüne Kulturstaatssekretärin scheiterte. Hammerl wurde heuer 75 Jahre alt. profil hat sie dazu interviewt. Auch Wolfgang Schüssel wurde unlängst 75. profil hat ihn dazu interviewt. Warum? So unterschiedlich Hammerl und Schüssel sind - beide haben etwas zu erzählen.

Gehen Sie nicht baden!

Gernot Bauer