„Probleme kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“

profil-Morgenpost: Verstehen Sie das?

Guten Morgen!

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Sieht man sich so manche Aufregerschlagzeile dieser Woche an, könnte schnell der Verdacht aufkommen, dass sich - kaum raus aus dem Corona-Lockdown - die neue Normalität kaum von der alten unterscheidet. Zumindest nicht in der Politik. Ex-Kanzlerin Brigitte Bierlein wurde alkoholisiert am Steuer erwischt, von Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus sind kom­pro­mit­tie­rende Koks-Fotos aufgetaucht und die Grünen in Tirol wissen immer noch nicht, wie sie mit dem "Luder"-Ausspruch ihres ÖVP-Koalitionskollegen Josef Geisler umgehen sollen. Je mehr sich die Dinge ändern, um so mehr bleiben sie sich gleich. Der Mensch bleibt eben Mensch und als solcher ein Rätsel. Daran hat auch Corona nichts geändert. Zum Glück kommt nun aber erstmal das Wochenende und mit ihm die Hoffnung, dass ab nächster Woche alles anders wird.

Katzenjammer

Aber nicht nur der Mensch ist kaum zu durchschauen, auch seine liebsten Begleiter sind nur schwer zu verstehen. "Was geht in ihr vor?", fragte das Zeit-Magazin vergangene Woche und platzierte eine geschmeidige schwarze Katze auf sein Cover. Auch eine der bekanntesten Katzen der Welt, Garfield, blieb trotz - oder wahrscheinlich wegen seiner menschlichen Züge stets unverstanden. Daran wird auch der heute stattfindende internationale Garfield-Tag nichts ändern. Aber vielleicht dient er als Erinnerung, dass gerade das Unverstandene für uns immer noch am verständlichsten ist.

Moment der Klarheit

Trotzdem haben wir uns diese Woche wieder bemüht, ein bisschen mehr Verständlichkeit in diese Welt zu bringen. Rosemarie Schwaiger zum Beispiel hat sich in der kommenden Ausgabe den Coronastillstand an den heimischen Universitäten angeschaut. Alwin Schönberger hat sich mit Nebenwirkungen von Impfungen beschäftigt. Und Angelika Hager geht der Frage nach, warum uns Bob Dylan trotz seines schwer verständlichen Nuschelgesangs immer noch begeistert. Heute erscheint sein neues Album "Rough and Rowdy Ways", sein 39.Studioalbum.

Ich wünsche Ihnen damit am Wochenende eine gute Lektüre und so manchen Moment der Klarheit. Denn der nächste Montag kommt bestimmt. Und was von diesem Tag zu halten ist, weiß Garfield wohl am besten. So viel verstehen wir dann doch noch von der Lage der Welt.

Stephan Wabl

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