Rechtsdruck: Öffentliche Gelder für rechte Blätter

Rechtsdruck: Öffentliche Gelder für rechte Blätter

„Wochenblick“ und „Info Direkt“ erhalten Gelder von öffentlichen Stellen – unter den Inserenten sind ein FPÖ-Landesrat und die Linz AG.

Lange war unklar, wer die Rechtsaußen-Blätter „Info Direkt“ und „Wochenblick“ finanziert. Eine Anfragebeantwortung im oberösterreichischen Landtag bringt nun erste Erkenntnisse: An die Druckwerke flossen öffentliche Gelder – über das Büro von FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek.

Die einschlägige Blattlinie der Medien war für den freiheitlichen Politiker offenbar kein Ausschlusskriterium: „Info-Direkt“ pflegt Kontakte zu Rechtsextremen und beschimpft etablierte Journalisten pauschal als „Schreib- und Sprechhuren“. Der „Wochenblick“ musste unlängst eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, weil er die Gewerkschaft – grundlos – in Verbindung mit Gewalttätern gebracht hatte. Ein Teil des Prozesses läuft noch. Podgorschek schaltete im „Wochenblick“ zwei Inserate für 3654 Euro, an „Info-Direkt“ flossen für ein Inserat 1500 Euro. Die Aufträge erfolgten „mündlich“, wie es in der Anfragebeantwortung heißt. „Wir haben es jetzt schwarz auf weiß, dass Medien mit Inseraten gefüttert werden, die offensichtlich wenig Berührungsängste nach ganz rechts haben“, empört sich der Grüne Landtagsabgeordnete Severin Mayr, der die Anfrage einbrachte.

Werbewert ist unklar

Verwunderlich sind die Werbeschaltungen von Podgorschek auch deshalb, weil ihnen keine messbare Werbewirkung zu Grunde liegt: Üblicherweise bedient sich das Land Oberösterreich „sämtlicher gängiger Reichweiten- und Quotenmessungen, wie der Medienanalyse und der Auflagenkontrolle“, erklärt die Presseabteilung des Landes. „Wochenblick“ und „Info Direkt“ nehmen an keiner dieser Messungen teil – der erzielbare Werbewert ist folglich unklar.

Dennoch hat der „Wochenblick“ weitere Gönner im öffentlichen Bereich: Im Vorjahr überwies die Linz AG 6998 Euro an das Blatt. Wer diese Kooperation beauftragte und welche Leistungen davon umfasst waren, das wollte die stadteigene Linz AG auf profil-Anfrage nicht beantworten. Das Unternehmen kündigte allerdings an, seine Inseratenpraxis zu überdenken: „Was die Zeitung ‚Wochenblick’ betrifft, können wir Ihnen mitteilen, dass wir aktuell keine Insertionen durchführen und auch künftig keine Einschaltungen geplant sind.“