Eine Frau im blauen Kleid, es ist Sozialministerin Schumann, steht vor einer braunen Tür
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Pensionen, Pflege, Arbeitsmarkt – überall, wo es teuer wird, ist Korinna Schumann die politisch Verantwortliche. Und nun soll sie die Milliardenlöcher im Gesundheitssystem stopfen. Was kann die SPÖ-Sozialministerin?

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Am Montag, dem 5. Juni 2023, am späten Nachmittag, sitzen zwei SPÖ-Bundesräte nebeneinander im Sitzungssaal der Länderkammer, für die eine weitere politische Karriere zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen ist: Andreas Babler und Korinna Schumann. Auf der Tagesordnung des EU-Ausschusses stehen Debatten über die Luftqualität in Europa, die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Maßnahmen gegen Geldwäsche. 

Das Handy von Babler leuchtet auf. Eine Textnachricht. Michaela Grubesa, die Leiterin der SPÖ-Wahlkommission, bittet um dringenden Rückruf. Babler verspricht seiner neben ihm sitzenden Fraktionschefin Schumann, gleich wieder da zu sein, und verlässt den Sitzungssaal.

Der Rest ist rote Parteigeschichte – und zwar der skurrilsten Form. Am Telefon schildert Grubesa, eine Überprüfung des Ergebnisses des SPÖ-Parteitags vom Samstag habe Arges ergeben: Die Eingabe der Stimmen in eine Excel-Liste sei fehlerhaft gewesen. Nicht Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, sondern Babler sei zum neuen SPÖ-Vorsitzenden gewählt worden. Eine der ersten, die es von Babler erfährt, ist: Korinna Schumann.

Wäre der Fehler unentdeckt geblieben, würden Babler und Schumann noch heute als kleine Bundesräte abnicken, was der Nationalrat der Länderkammer vorlegt. So ist der eine seit März 2025 Vizekanzler und die andere Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Man könnte es auch so formulieren: Korinna Schumann ist Bundesministerin für alles, was gut, aber auch teuer ist. Sie verwaltet, verschiebt und vergibt Milliarden. 

Bei schönem Wetter ist es eine dankbare Funktion, doch in der Dauerkrise avanciert eine Sozialministerin zum vielleicht wichtigsten Regierungsmitglied, vor allem wenn sie mit einer Machtfülle ausgestattet ist wie Schumann. Was kann die Frau, die vor einem Jahr nicht einmal Politik-Insidern ein Begriff war? Und wie will sie die multiplen Krisen in ihrem Bereich bewältigen?

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.