Sebastian Kurz und Donald Trump sitzen in Stühlen.
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Er gibt Interviews, knüpft Netzwerke, gründet einen Thinktank und lädt die globale Elite nach Tirol. Sebastian Kurz ist zurück auf der politischen Bühne – nur nicht dort, wo man ihn erwarten würde. Baut der Ex-Kanzler einem Comeback vor oder ein Machtinstrument jenseits von Parteien, Parlamenten und Transparenz wie es Donald Trump tat?

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Was Sebastian Kurz plant, beschäftigt derzeit kaum eine Frage so sehr wie diese die politmediale Szene. Nicht zuletzt, weil offen ist, ob Kurz selbst seine Entscheidung schon getroffen hat. Wirtschaftlich läuft es für ihn als Unternehmer gut – doch Erfüllung scheint er darin nicht zu finden. „Ich bin ein Political Animal“, erklärte er kürzlich in einem Interview mit internationalen Medien.

Was bedeutet das? Steht Kurz vor einer Rückkehr – und wenn ja, in welcher Funktion? Zielt er erneut auf die Spitze der österreichischen Politik, vielleicht sogar auf die Führung seiner früheren Partei? Und warum rückt er Europa so auffällig ins Zentrum seiner öffentlichen Auftritte? In der ÖVP wird bereits spekuliert, Kurz könne Ambitionen auf eine europäische Spitzenrolle hegen – manche sprechen gar von der „neuen von der Leyen“.

Möglich ist allerdings auch ein anderes Kalkül: präsent bleiben, Netzwerke vertiefen, Kontakte als strategisches Kapital einsetzen. Oder Kurz hat von Tech-Unternehmern wie Peter Thiel verinnerlicht, dass Macht nicht zwingend an ein Amt gebunden ist – und dass Einfluss auch aus dem Hintergrund ausgeübt werden kann.

Fest steht: Sebastian Kurz begnügt sich nicht mit Kommentaren von der Seitenlinie. Er will gestalten – und den Rahmen vorgeben. Das zeigte sich im vergangenen Herbst bei einem diskret organisierten Treffen mit dem Titel „Moving Mountains“ in Seefeld in Tirol. Gemeinsam mit Karl-Theodor zu Guttenberg versammelte Kurz dort eine exklusive Runde: Mitglieder europäischer Regierungen, Adelige, Milliardäre, Millionäre und andere global vernetzte Akteure trafen sich im Hotel Sacher. Offiziell zum Austausch – inoffiziell wohl auch zum Netzwerken und zur morgendlichen Yogaeinheit. profil berichtete darüber exklusiv.

Anna Thalhammer

Anna Thalhammer

ist seit März 2023 Chefredakteurin des profil und seit 2025 auch Herausgeberin des Magazins. Davor war sie Chefreporterin bei der Tageszeitung „Die Presse“.