Ein Flur mit einem Notfall-Schild und mehreren wartenden Menschen in einem hell beleuchteten Bereich.
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Die FPÖ wütet über „22 Millionen Spitalsbehandlungen“ für Flüchtlinge und Migranten und will den Zugang beschränken. Hinter der blauen Skandalzahl steckt eine geschickte Kampagne.

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22 Millionen Spitalsbehandlungen von 2015 bis 2024 für Flüchtlinge und Zuwanderer. Diese Zahl lässt seit dem Wochenende die Wogen hochgehen. Sie stammt aus einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ an Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und landet bei der „Kronen-Zeitung“. Die macht daraus: „Spitals-Touristen aus dem Ausland kosten Milliarden“ und schlüsselt die „Krankenhausaufenthalte“ auf.

Türken: 9,3 Millionen; „Afrikaner“: 3,5 Millionen; Afghanen und Syrer je 2,6 Millionen; Ukrainer: 1,1 Millionen; Iraner: 877.000; Iraker: 918.500 oder Inder: 543.000; Pakistaner: 333.000. So weit die selektive Patientenliste der FPÖ.

Diese „22 Millionen“ verbreiten sich in den blauen Social-Media-Kanälen wie ein Lauffeuer. Parteichef Kickl versieht sie mit einem Rufzeichen und leitet daraus zwei Forderungen ab: sofortiger Asylstopp und Zugangsbeschränkungen für gewisse Ausländergruppen.

Die FPÖ-Fans quittieren es mit zigtausenden Likes, ihre Gegner sprechen von Manipulation und Hetze. Was kommt die blaue Skandalzahl zustande? Was sagt sie überhaupt aus? Und warum erhitzt sie die Gemüter gerade jetzt so sehr?

Die Zahl von 22 Millionen Spitalsleistungen basiert auf realen Werten. Doch sie ist verzerrt, fehlinterpretiert und willkürlich.

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

ist seit 2015 Allrounder in der profil-Innenpolitik. Davor „Wiener Zeitung“, Migrantenmagazin biber, Kurier-Wirtschaft. Leidenschaftliches Interesse am Einwanderungsland Österreich.