Team Stronach in den Landtagen: Auf der ­Kriechspur

Was das Team Stronach in den Landtagen Kärntens, Nieder­österreichs und Salzburgs bisher geleistet hat.

Schüchtern und leicht desorientiert, wie Erstklässler beim Schulbeginn, wirkten die Salzburger Landtagsabgeordneten des Team Stronach in den ersten beiden Sitzungen im Juni. Zu Wort meldete sich nur der frühere FPÖ-Abgeordnete Helmut Naderer; der Ex-Fußballer Otto Konrad und die Werbefachfrau Gabriele Fürhapter fielen nicht weiter auf. Das Team brachte keinen Initiativantrag ein, wie das sonst üblich ist. Mehr Wirbel verursachten da die Beschwerde-E-Mails über Landesobmann Hans Mayr, die in der Sommerpause die Runde machten. Mayr habe einen diktatorischen Führungsstil und handhabe die Parteifinanzen „völlig intransparent“, behaupteten die Verfasser, die als „die Bezirksobleute des Team Stronach“ unterzeichneten. Als möglichen Nachfolger im Parteivorsitz nannten sie den Salzburger ­Nationalratsabgeordneten Erich Tadler. Als Tadler auch noch mit Sack und Pack in ein anderes Büro übersiedelte, sah sich Mayr gezwungen, in einer Pressekonferenz alle Querelen als Gerüchte abzutun und die Einheit der Partei zu rühmen. Dem Vernehmen nach will man nun auch wieder zusammenziehen.

Niederösterreich entpuppt sich für Parteigründer Frank Stronach zunehmend als Widerstandsnest. Sein Intimus Walter Laki, den er den Klubmitgliedern gegen deren Willen als Obmann vor die Nase gesetzt hatte, ist seit Juni Geschichte. Laki hatte sich geweigert, dem Budgetentwurf der ÖVP zuzustimmen. Sein durchaus nachvollziehbares Argument: Die Spekulationsgeschäfte des Landes seien immer noch eine „Black Box“. Stronachs Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, ­obwohl aus dem BZÖ stammend, ganz auf Linie mit Landeshauptmann Erwin Pröll, ersetzte Laki kurzerhand durch ihren ursprünglichen Favoriten Walter Gabmann junior. Der Ruf als ­„Mini-ÖVP“ ist dem niederöster­reichischen Team Stronach bereits sicher.

In Kärnten hat sich das Team Stronach mit der gemeinsam mit FPÖ und BZÖ angesetzten Sondersitzung am 1. August gleich einmal in die Nesseln gesetzt. Die drei Parteien hatten SPÖ und ÖVP vorgeworfen, die Wahlkampf­kosten im vergangenen Landtagswahlkampf überschritten zu haben. Auf Gegenfragen waren die Neu-Abgeordneten aber offensichtlich nicht vorbereitet. Als die Grüne Klubobfrau Barbara Lesjak von Klubobmann Hartmut Prasch wissen wollte, warum das Team Stronach selbst die Obergrenze von 590.000 Euro um mehr als das Doppelte überzogen habe, antwortete er: „Das sind doch eure Gesetze, nicht unsere.“ Dass das Land dem Team wegen der hohen Wahlkampfkosten die Parteienförderung gestrichen hat, will ­Parteichef Gerhard Köfer partout nicht einsehen. Er überlegt, die Entscheidung anzufechten.