Traiskirchen: Politik der geschlossenen Türen

Traiskirchen: Politik der geschlossenen Türen

Ein Flüchtling aus Traiskirchen, der sich nicht daran gewöhnen kann, dass im Haupthaus rund 30 Zimmer abgesperrt sind, während hunderte Menschen im Freien schlafen, hat den absurden Anblick für profil fotografisch festgehalten.

Vor zwei Monaten seien Securities zeitig in der Früh gekommen, hätten die Schlafenden aufgeweckt und auf den Gang hinausgescheucht, erzählte ein 20jähriger Flüchtling, den profil vergangene Woche in Traiskirchen traf. Danach hätten die Wachleute sein Zimmer zuesperrt. Es ist eines von rund 30, die im Haupthaus der Erstaufnahmestelle Traiskirchen nun leer stehen. An jeder Tür klebt ein Zettel: „Zimmer leer. Bitte nicht belegen, um den Höchststand nicht zu gefährden!!!!“ Es ist ein absurder Anblick, an den zu gewöhnen dem Flüchtling schwer fällt, weil er, wenn er beim Fenster hinausschaut, hunderte Menschen auf dem Boden liegen sieht.

Galerie der abgesperrten Zimmer: Immer die gleiche Türfarbe, die gleiche Schnalle, das gleiche Blau, der gleiche Zettel. Nur die Türnummer ändert sich.

Ein paar dieser Türen hat er für profil fotografiert: Sie haben alle die gleiche Farbe, die gleiche Türschnalle, die gleiche Botschaft. Nur die Türnummern wechseln. „In jedem Zimmer hätten acht Leute Platz, in einigen zehn. Ich hoffe jeden Tag, dass ich aus Traiskirchen wegkomme. An diese Türen werde ich mich immer erinnern.“