Kickl über das profil: „historisch“.

Kickl über das profil: „historisch“.

© Alexandra Unger

profil-Morgenpost
10/18/2021

Verlieben, verloren, vergessen, verzeih‘n?

Auf Liebe folgt Schmerz: Schlusspfiff für Kurz, Volltreffer für Kickl.

von Wolfgang Paterno

Verluste, wohin man schaut. Herr Kurz geht seines Amtes und die SPÖ haarscharf ihrer seit Jahr und Tag in Stein gemeißelten Pfui-FPÖ-Doktrin verlustig, seit sich Frau Rendi-Wagner mit Herrn Kickl über den für kurze Zeit vakanten Bundeskanzlersessel, auf dem inzwischen Herr Schallenberg sitzt, ausgetauscht hat. Und wo ist der große Graben geblieben? Der meistens sehr kratzbürstige Herr Kickl lobte, nicht ganz selbstlos, im Parlament in aller Öffentlichkeit die vorwöchige profil-Ausgabe, auf deren Cover „Der tiefe Fall des Sebastian Kurz“ zu lesen war, scheute dabei nicht einmal vor dem Wort „historisch“ zurück.

Inzwischen haben die Mangelerscheinungen weitere Teile der Gesellschaft erfasst: Der Fußballklub Rapid Wien scheint ebenso aufs Verlieren abonniert zu sein wie Popstar Bill Kaulitz, der kürzlich in einem Podcast etwas weinerlich den Verlust zumindest eines Teils seiner Unschuld beklagte. Kaulitz, in seinem früheren Leben „Tokio Hotel“-Teeniestar und frisürlich derzeit eine Mischung aus Löwenkönig und Aquaman, gestand, als Minderjähriger bei einem illegalen Porno-Dreh dabei gewesen zu sein, was einen zwangsläufig zu einem weiteren berühmten Vertreter der Lockenkopfmode und des Herzschmerzgewerbes führt: „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih'n“, sang Wolfgang Petry.

Der Gang der Geschichte folgt, das sagen neben Petry auch andere Auskennerinnen und Auskenner, zyklischen Wellentälern: Auf Liebe folgt Schmerz, auf Hausse folgt Baisse, auf den Wüterich Trump der nette Onkel Joe, auf Türkis Schwarz, auf Kickl-Lob zuverlässiger Kickl-Zorn. Das mit dem Verlieben überlassen wir gern Ihnen. Fürs vermeintliche Verlieren von Festplattendaten in Meinungsforscherinnenbüros, fürs mutmaßliche Vergessen eines kriminell ausufernden Getratsches von Smartphone zu Smartphone fühlen wir uns dagegen weiterhin zuständig. Versprochen.

Einen verlustfreien Montag wünscht

Wolfgang Paterno

 

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