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Wien gegen Niederösterreich: Worum geht es beim Gastpatienten-Streit?

Warum Wien und Niederösterreich um Spitalsaufenthalte streiten und warum es dabei nicht nur um Geld geht. Eine Annäherung.

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Worum geht es im Streit um die Gastpatienten?

Seit rund einem Jahr schwelt ein Konflikt zwischen Wien und Niederösterreich, bei dem es in erster Linie ums Geld geht. Im Zentrum steht die Frage: Wer soll die Kosten für die Behandlung jener Patientinnen und Patienten tragen, die zwar in Niederösterreich wohnen, aber in Wiener Spitälern behandelt werden? Und das sind sehr viele Menschen: 19,1 Prozent der Wiener Spitalspatienten sind Gäste aus anderen Teilen Österreichs, also knapp jeder fünfte. Wien sagt, es bleibt auf Mehrkosten für die Versorgung dieser Gastpatienten aus ganz Österreich von insgesamt 610 Millionen Euro sitzen, 80 Prozent davon verursacht von Niederösterreichern. Solange diese Kosten nicht gedeckt werden, sieht sich Wien in erster Linie der Wiener Bevölkerung verpflichtet. Vor Gästen mit Meldezetteln aus anderen Bundesländern sollen sie Vorrang haben. Davon sind Not- und Akutfälle ausgenommen, diese werden weiterhin „unabhängig von der Postleitzahl“ behandelt, betont die Stadt. Wien geht es um Ressourcenmanagement bei planbaren und nichtdringenden Standardeingriffen, wie es aus dem Büro des zuständigen SPÖ-Gesundheitsstadtrats Peter Hacker heißt. Und da lautet die Wiener Devise: Wiener zuerst.

Nina Brnada

Nina Brnada

ist Redakteurin im Österreich-Ressort. Davor Falter Wochenzeitung.