Wohnungsinserate aus dem Internet. Im Hintergrund ein Stiegenhaus.
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Die Warteliste für geförderten Wohnbau ist lang, der freie Mietmarkt eine Zumutung. Wie Sie dennoch eine leistbare Wohnung in der Stadt finden.

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1. Anspruch prüfen

„Erste Anlaufstelle für leistbaren Wohnraum sind immer noch die gemeinnützigen und kommunalen Wohnbauträger“, sagt Wohnminister Andreas Babler (SPÖ). Und die stehen durchaus auch der Mittelschicht offen: In Salzburg wurden die Einkommensgrenzen für den geförderten Wohnbau angehoben, in Wien gilt ab Herbst ein neues Punktesystem für den Gemeindebau. Es gibt zwar deutlich mehr Bewerber als Wohnungen, aber vielleicht finden ja gerade Sie einen Platz.


2. Vorbereitung ist die halbe Miete

Immobilienmakler Eugen Otto rät, alle wichtigen Unterlagen – vom Meldezettel bis zum Einkommensnachweis – griffbereit zu haben. „Vor 20 Jahren hätte sich jeder an den Kopf gegriffen, wenn ein Vermieter eine Einkommensbestätigung verlangt hätte“, sagt Wolfgang Kirnbauer vom Mieterschutzverband Wien: „Heute ist das völlig selbstverständlich.“

Makler:innen in den Landeshauptstädten erwarten häufig ganze Bewerbungsmappen.


3. Auf Zeit spielen

„Wer kurzfristig eine Wohnung sucht, muss nehmen, was er bekommt“, sagt WIFO-Wohnexperte Michael Klien. Sein Rat: So rasch wie möglich bei Genossenschaften vormelden lassen. Die Wartezeiten sind lang, „aber vielleicht findet man so mittelfristig Zugang zu einer günstigeren Wohnung“.

4. Verzichten

Badewanne, Außenfläche, Ruhelage: Die perfekte, günstige Wohnung gibt es nicht. In Wien hat etwa nur rund die Hälfte der Wohnungen eine Außenfläche – entsprechend teuer sind Balkon oder Terrasse.
 

5. Schnell sein

Bei gefragten Wohnungen in Wien gehen in den ersten Stunden bis zu 100 Bewerbungen ein, weiß Cynthia Billisich vom Maklerservice „eugen!“. Manchmal stößt sogar die Online-Terminvergabe für Besichtigungen an ihre technischen Grenzen. Wer zu lange zögert, geht leer aus. 
 

6. Richtig lesen

Makler Christian Klein rät: Auch wenn die Zeit drängt, sollten Suchende die Inserate genau lesen. Oft steht dort bereits, wie die Kontaktaufnahme erfolgen soll oder welche No-Gos gelten – etwa Haustiere. Das spart allen Beteiligten Zeit und Nerven.
 

7. „Freundlichkeit“ siegt

Immer mehr Mietverträge sind befristet. Zwar müssen sich Mieter nicht alles gefallen lassen, dennoch ist ein gutes Verhältnis zum Vermieter von Vorteil. Läuft die Befristung aus, kann im besten Fall verlängert werden. So sparen Sie sich den Umzug.
 

8. Autochthon sein

Viele Wohnungssuchende berichten von Benachteiligungen aufgrund ihrer Herkunft. Wer einen typisch österreichischen Namen trägt, hat oft bessere Chancen auf eine Wohnung. Betroffene können durch das Gleichbehandlungsgesetz gegen Diskriminierung vorgehen. Bei multinationalen Pärchen sollte dennoch lieber der österreichisch klingende Name in der Mail für die Besichtigung stehen.
 

9. Auf Mundpropaganda setzen

Vom kommunistischen Salzburger Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl bis zu großen Maklern lautet der Rat: im Freundes- und Bekanntenkreis die Fühler ausstrecken. „Viele Wohnungen werden über Bekannte und Hörensagen vergeben“, sagt Dankl.

Von Oma, Onkel, Ärztin bis Kassierer: Erzählen Sie jedem von Ihrer Wohnungssuche. Knabbern Sie Freunden und Bekannten ruhig ein Ohr ab. Am Ende wollen alle, dass Sie endlich eine Wohnung finden – schon allein deshalb, damit Sie aufhören, davon zu reden.

10. Glück haben

Streicheln Sie eine Katze, helfen Sie einem Opa über die Straße, umarmen Sie einen Baum. Vielleicht ist es ja gut für Ihr Karma-Konto.

Unterm Strich sind sich Experten einig: Ein bisschen Glück gehört zu einer erfolgreichen Wohnungssuche immer dazu. Besonders in der Krise. 

Hannah Leitner

Hannah Leitner

ist seit Jänner 2026 Teil des Digital-Ressorts. Moderiert ehrenamtlich bei Politiktrafik und war drei Monate Trainee bei profil.

Max Miller

Max Miller

ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und mag Grafiken. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.