Mittelmeerflüchtlinge

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Ausland

Gibt es eigentlich noch Mittelmeerflüchtlinge?

Die Weltlage ist verwirrend. Wie schaffen wir es, uns entspannt über strittige Probleme der Zeit zu unterhalten? Ein profil-Guide, Teil 2.

Ja. Heuer wurden bis vergangene Woche von der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR 18.082 Personen gezählt, die über den Seeweg nach Europa kamen. Weitere 522 wurden als tot oder vermisst registriert. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Jahres 2016 kamen mehr als 170.000 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer, im vergangenen Jahr waren es rund 38.000.

Während die Zahl der Flüchtlinge und Migranten stark gesunken ist, ist die Todesrate um 100 Prozent gestiegen. Gibt es noch NGO-Rettungsschiffe im Mittelmeer? Ja, aber viel weniger als noch vor einem Jahr. Mehrere Schiffe wurden wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Schlepperei beschlagnahmt. Vor der libyschen Küste ist noch ein Schiff der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen im Einsatz.

Flüchten jetzt weniger Menschen aus afrikanischen Ländern? Nein. Der allergrößte Teil der Menschen, die ihre Heimat im südlichen und zentralen Afrika verlassen haben, halten sich in anderen afrikanischen Ländern auf. Europäische Staaten sorgen durch Kooperation mit afrikanischen Regierungen und Milizen und auch mittels eigener militärischer Einsätze dafür, dass Routen etwa über Niger oder Libyen quasi geschlossen bleiben.

Sagen Sie: "Diese Statistik hat einen grausamen Beigeschmack."

Sagen Sie nicht: "Unsere Hilfe vor Ort wird das Problem lösen."

25 Fragen, um die Welt zu erklären:

Teil 1: Werden wir Donald Trump in absehbarer Zeit los?

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  • Max Huber (MontyBurns) Mo, 28. Mai. 2018 08:16

    Flüchtlinge hat es in diesem Sinne so gut wie nie gegeben - wer übers Mittelmeer fährt und illegal europäischen Boden betritt, hat handfeste finanzielle Ziele im Auge und ist somit als Wirtschaftsasylant zu bezeichnen.

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