#brodnig: The kids are alright
Gesellschaft

#brodnig: The kids are alright

Warum es gut sein kann, wenn Jugendliche viel Zeit mit YouTube und Instagram verbringen.

Jede Generation von Erwachsenen hat ihren eigenen Kulturpessimismus: Die einen schimpften über die Musik, welche die Heranwachsenden hörten, die anderen über die Haare, die viel zu lang und zottelig waren. Und heute? Heute wird gern über den digitalen Zeitvertreib von Teenagern geklagt: dass sie verwachsen seien mit ihrem Smartphone, dass sie zu viel Zeit mit Apps wie Instagram oder der Plattform YouTube verbringen würden.

Ich bin kein Fan solcher Aussagen, denn sie blenden aus, dass Teenager gute Gründe haben, solche Apps und Websites zu verwenden. YouTube ist nicht einfach ein Kanal, auf dem man lustige Videos anschaut, die Plattform bietet auch Lebenshilfe für Teenager. Wenn Burschen oder Mädchen wissen wollen, wie man eine Eierspeis macht, suchen viele von ihnen auf YouTube nach solchen Infos und schauen sich ein Erklärvideo an. Auch gibt es Teenager, die Mathe-Aufgaben mithilfe einschlägiger YouTube-Accounts erledigen, wo ihnen Rechenbeispiele erklärt werden.


Viele Jugendliche erarbeiten sich selbst digitale Kompetenzen, die Ältere nur selten haben.

Auf Plattformen wie YouTube oder auch auf dem Fotoportal Instagram lernen Jugendliche viel dazu. Zum Beispiel sind manche Burschen und Mädchen extrem engagiert: Sie achten bei ihren Hochglanzfotos darauf, das richtige Licht einzufangen, und sie schauen sich Online-Tutorials an, wie man Bildbearbeitungssoftware richtig einsetzt. Und ganz nebenbei lernen Jugendliche unglaublich viel über Fotografie. Ich wette: Die heutige Jugend ist wesentlich kompetenter im Fotoschießen als jede andere Generation.

Und dann gibt es auch Teenager, die drehen selbst Videos - zum Beispiel liefern sie in den Aufnahmen Tipps für ihr Lieblingsvideospiel. Sie sitzen dafür stundenlang an ihrem Computer und arbeiten mit Videoschnittsoftware. Das ist nicht trivial, sondern beeindruckend. Viele Jugendliche erarbeiten sich selbst digitale Kompetenzen, die Ältere nur selten haben.

Wenn ich also sorgfältig zusammengeschnittene Videos oder aufwendige Fotos von Jugendlichen online auffinde, sehe ich darin nicht den Untergang unserer Gesellschaft: Im Gegenteil, ich sehe eine Generation, die ziemlich viel draufhat.

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