#brodnig: Wayne kümmert’s?
Gesellschaft

#brodnig: Wayne kümmert’s?

Von fies bis freundlich: Wie man im Netz seine Gefühle besonders kraftvoll ausdrückt.

Ich mag am Netzjargon, dass er so verspielt ist. Ist man zum Beispiel überfragt, postet man nicht einfach „ich bin überfragt“, sondern das hier: ¯\_(ツ)_/¯

Und auch wenn man fies sein will, gibt es etliche passende Abkürzungen dafür. Wenn jemand einen Artikel unnötig oder uninteressant findet, kommentiert er einfach „tl;dr“ darunter. Als Autorin vieler Texte finde ich dieses „too long; didn’t read“ eine extrem unfreundliche Rückmeldung.

Ebenso fies: das Wort „Wayne“. Vereinfacht erklärt, steht es für die rhetorische Frage: „Wen interessiert’s?“ Worauf die Antwort in diesem Fall lautet: niemanden.

„Wayne“ ist ein Begriff, der auf unterschiedlichste Weise fürs Dissen – also fürs Verschmähen des Gegenübers – verwendet wird. Es gibt im Internet-Slang den „Waynetrain“, ebenfalls ein Ausdruck, dass etwas absolut nicht interessant ist. User schreiben: „Tut! Tut! Hier kommt der Waynetrain, und der fährt deine Story zum Mount Whateverest.“

Es gibt sogar Videos und T-Shirts, die illustrieren, wie der Waynetrain zu diesem Berg kompletter Gleichgültigkeit fährt.
Zum Glück kann man nicht nur fies im Netzjargon sein. Es gibt auch schöne Gesten der Anerkennung – etwa „ymmd“. Die Abkürzung von „you made my day“. Und natürlich ist das Herz <3 eine charmante Geste.

Aber eines ist offensichtlich: Die freundlichste Reaktion im Internet ist wohl, jemandem ein Katzen-GIF zu senden. Also eines dieser Bewegtbilder mit Katze darauf. Weil nichts zeigt Sympathie so sehr, wie einer Person unterhaltsame Tierchen zu schicken.

Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie mir unter
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  • Friedrich Fuhs Do, 30. Aug. 2018 20:54

    Cui bono - wer braucht den Unsinn.

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  • Stefan Rauter (ste1)
    Stefan Rauter (ste1) Sa, 25. Aug. 2018 11:43

    https://www.youtube.com/playlist?list=PLkscHfsBgpQb6D4V3nqX_CDFIJACBI_aU

    War eine super Serie von der Brodnig. Über rechte Medien in Österreich. Auch das Buch Hass im Netz ist nicht schlecht.

    Dieser Kommentar gefällt mir weniger. Soziale Medien sind oft das neue naive Biedermeier. Inklusiver einer infantile Sprache und infantile Themen. Begabte Leute verkümmern sprachlich.

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