Der neue Bundespräsident_ Alexander Van der Bellen

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Meinung

Kommentar: Ein Proeuropäer siegt gegen rechte Aufwiegler

Der Wahlsieg von Alexander Van der Bellen ist auch eine Novität innerhalb der EU: Zum ersten Mal bekleidet ein ehemaliger Grün-Politiker und Sohn eines Flüchtlings das höchste Amt in einem EU-Staat. Ein Kommentar von Otmar Lahodynsky.

Die Wählerinnen und Wähler in Österreich haben sich mehrheitlich gegen den Kandidaten einer rechtspopulistischen Partei ausgesprochen. Norbert Hofer hat mehrfach und offen Sympathien für einen Austritt Österreichs aus der EU gezeigt und Kontakte mit rechtsautoritären EU-Gegnern gepflegt.


Van der Bellen wird die Polarisierung und Spaltung im Land überwinden müssen. Auch beide früheren Großparteien, SPÖ und ÖVP, tragen dafür eine Mitverantwortung.

Vielleicht war es auch eine Art von Revanche vieler Wähler dafür, dass die FPÖ das Wahlergebnis vom 22. Mai anfechten ließ. Möglicherweise waren auch die jüngsten Attacken Hofers gegen Van der Bellen, er sei Kommunist und Spion mit einem Nazi als Vater gewesen, doch kontraproduktiv für Norbert Gerwald Hofer. Zumindest hatte der FPÖ-Politiker im letzten TV-Duell sein wahres Gesicht gezeigt. Er versuchte, das Lager der Unterstützer Van der Bellens als „Establishment“ zu verunglimpfen. Dass er selbst Mitglied eines elitären Ritterordens ist und seit vielen Jahren auch nur Berufspolitiker, haben seine Wahlkampfstrategen geschickt in den Hintergrund gerückt. Aber eine Mehrheit der Österreicher hat diese Tricks offenbar durchschaut und sich für Kontinuität in der
Van der Bellen hatte mit viel Gegenwind zu kämpfen. Auch aus dem Lager der ÖVP kamen bis zuletzt Querschüsse, etwa vom Klubobmann Reinhold Lopatka. Die ÖVP-Granden scheuten sich aus taktischen Gründen im Blick auf eine künftige Koalition mit der FPÖ, eine Wahlempfehlung abzugeben.

Van der Bellen wird die Polarisierung und Spaltung im Land überwinden müssen. Auch beide früheren Großparteien, SPÖ und ÖVP, tragen dafür eine Mitverantwortung.

Aber der Sieg Van der Bellens ist ein Signal gegen den wachsenden Populismus. Die Österreicher haben sich für Mäßigung und eine starke Stimme innerhalb der EU entschieden und sich für Kontinuität in der Hofburg entschieden.

lahodynsky.otmar@profil.at

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  • Josef Kreilmeier (Tribun3) Mo, 05. Dez. 2016 15:46

    Wenn jetzt der Mitterlehner auch noch den Lopatka entfernen würde/könnte stünde einer Aufholjagd der Regierungsparteien nichts mehr im Wege.
    Das wird aber der Onkel Erwin schon zu verhindern wissen - Onkel Erwin , der Totengräber der ÖVP.
    Warum bekommt der alte und feige Bursche ( kein Antritt bei der BP-Wahl ) eigentlich kein Parteiausschlußverfahren ?

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  • Fred Fido (fred.fido) So, 04. Dez. 2016 19:27

    Jetzt freuen wir uns einmal, dass wir einen BP mit einer klaren mehrheit habe. Der eher aggressive und teilweise unter-griffige ton der FPÖ hat den mangel an argumenten nicht verdecken können.
    Aber was sicher richtig ist, ist, dass nun die regierungskoalition - rot und schwarz - noch einige nennenswerte punkte angeht und die EU stärken.

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