Manfred Haimbuchner

Manfred Haimbuchner

Österreich

FPÖ-Landesräte: 88.560 Euro-Aufträge an geheime Agenturen

Auskunft verweigert: Drei blaue Landesregierungsmitglieder wollen nicht sagen, welche Agenturen sie für ihre Öffentlichkeitsarbeit beauftragen. Die Grünen mutmaßen, die FPÖ habe "etwas zu verstecken".

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn Landesräte ihren Außenauftritt an professionelle Werbeagenturen auslagern. Die Marketing-Fachleute organisieren Fotoshootings, sie layouten Inserate und entwerfen Kampagnen. Das soll auch so sein.

Allerdings gab es bereits mehrere Fälle, bei denen Minister und Landesräte ausgerechnet die Werbeagenturen von Parteifreunden mit üppigen Aufträgen bedachten. Für die großzügigen öffentlichen Beauftragungen sollen sich die Agenturen in Einzelfällen auch revanchiert haben: Die entsprechende Partei des Auftraggebers hatte dann für den nächsten Wahlkampf ein Guthabenkonto – ein klarer Missbrauch von öffentlichen Geldern.

Je transparenter öffentliche Aufträge ablaufen, desto eher lassen sich derlei Freundschaftsdienste vermeiden. Der oberösterreichische Landtagsabgeordnete Severin Mayr von den Grünen wollte deshalb in einer Anfrage an drei FPÖ-Landesräte wissen, welche Agenturen sie für ihre Öffentlichkeitsarbeit zu Rate ziehen.

Allein: Er bekam keine Antwort. Die freiheitlichen Regierungsbüros teilten lediglich die aufgewendeten Summen mit: Im Jahr 2018 zahlte Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (Bild) 33.120 Euro an PR-Agenturen, Landesrat Elmar Podgorschek (inzwischen zurückgetreten) zahlte 33.840 Euro, Landesrat Günther Steinkellner 21.600 Euro. Insgesamt geht es also um 88.560 Euro.

"Es riecht streng danach, dass die FPÖ hier etwas zu verstecken hat"

Warum darf die Öffentlichkeit nicht wissen, wer beauftragt wurde? "Wir haben mit den Agenturen Rücksprache gehalten. Die haben ein wirtschaftliches Interesse, dass sie im Zusammenhang mit politischen Büros nicht genannt werden. Denn die Kunden dieser Agenturen sind nicht nur politischer Herkunft.", sagt der Sprecher von Manfred Haimbuchner zu profil. Geheimniskrämerei sei das keine, nein: "Das ist ein Entgegenkommen, weil wir die wirtschaftlichen Interessen derjenigen schützen möchten."

Der grüne Landtagsabgeordnete Mayr sieht das naturgemäß anders: "Dass die blauen Landesräte diese Auskunft verweigern, muss alle Alarmglocken schrillen lassen. Es riecht streng danach, dass die FPÖ hier etwas zu verstecken hat. Wir werden dem auf den Grund gehen."

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  • Erich Schlagitweit
    Erich Schlagitweit Di, 09. Jul. 2019 15:42

    nein, es soll nicht so sein. ein regierungsamt braucht kein marketingbudget, es reicht eine informationstelle. warum sollen wir unsere steuermittel für die selbstdarstellung dieser damen und herren verwenden? wir haben die höchste parteienförderung europas und das muss reichen, dass die sich verkaufen können. dass hier dann auch noch freu derlwirtschaft passiert und die rechten ihre rechten freuni

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  • Christa Gutmann
    Christa Gutmann Di, 09. Jul. 2019 11:39

    Könnte es nicht auch sein, dass sich renommierte Firmen scheuen - um nicht zu sagen genieren - durch bestimmte parteipolitische Images belastet zu werden? Dies stünde dann ebenfalls einer klärenden Veröffentlichung entgegen.

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    • Walter Basler (derwalter99) Di, 09. Jul. 2019 12:52

      Stimmt, Geld stinkt nicht ...................
      (anno dazumal, der Henker verhüllte sein Anlitz aus selbigen _Grund)

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  • Erna Ochsner (Rotefini) Di, 09. Jul. 2019 07:50

    .. die Roten wollen es schon gar nicht sagen ! Also, was soll diese einseitige Berichterstattung ???

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