Die Lage am Morgen: Vertrauensanträge
Österreich

Die Lage am Morgen: Vertrauensanträge

Interregnum, Tag 4: Mit dem Vertrauen ist es ja so eine Sache.

In der wunderbaren Satire „Danke, dass Sie hier rauchen“ von Christopher Buckley wird der Cheflobbyist der amerikanischen Tabakindustrie, dazu verdonnert, eine Anti-Zigaretten-Kampagne für Jugendliche zu entwickeln. Er erfindet daraufhin den schönen Slogan „Trust your parents, don’t smoke!“ – wohl wissend, dass er damit den genau gegenteiligen Effekt erzielt.

„Trust the president, don’t doubt!“

Sollte das zu denken geben, wo uns Alexander Van der Bellen, Raucher und aktuelle Lieblings-Vaterfigur des Landes, doch ein bisschen nach dem Motto „Trust the president, don’t doubt!“ gerade eine „Vertrauensregierung“ ans Herz gelegt hat?

Ein bisschen Skepsis ist gerade angesichts des derzeit vorherrschenden Enthusiasmus für das Übergangskabinett durchaus ratsam. Und wie schrieb der US-amerikanische Kolumnist, Kritiker und Satiriker H. L. Mencken so schön? „Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde.“

Aber keine Sorge: Denn UBHP tritt ja als Cheflobbyist des österreichischen Bundesverfassung auf. Und nach der kann man süchtig werden, ohne Schaden befürchten zu müssen.

Für ein paar Leute könnte es eng werden

Ob der Vertrauensvor- und -überschuss für die Übergangskanzlerin Brigitte Bierlein und ihr Expertenkabinett gerechtfertigt ist, wird dennoch erst in den kommenden Wochen oder gar bei den Wahlen im Herbst klar sein. Wer das umfassendes Porträt der Höchstrichterin in unserer dieswöchigen Coverstrecke liest, kann sich diesbezüglich aber schon orientieren.

Währenddessen hat das Investigativ-Team von profil vertrauenswürdige Informationen darüber gesammelt, wie die Ermittlungen der Justiz in der Ibiza-Affäre verlaufen: Da könnte es für ein paar Leute schon bald eng werden – so viel ist schon einmal sicher.

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