Eine Therme im Vordergrund, Geldscheine im Hintergrund
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528 Euro weg: Wie schütze ich mich vor Fake-Installateuren?

Schein-Installateurfirmen können im Ernstfall teuer werden. Doch wie schützt man sich am besten vor einem möglichen Betrug?

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Es reicht ein falscher Klick, eine falsche Nummer, ein falscher Anruf – und zack sind über 500 Euro weg. Geld, das man höchstwahrscheinlich nie mehr wiedersehen wird. Fake Heimwerkerfirmen werden immer professioneller und immer schwerer zu durchschauen. Alessio Lampis bekam dies am eigenen Leibe zu spüren – beziehungsweise im eigenen Geldbörserl. Am 19. Dezember begann seine Therme stark zu tropfen. Es war kurz vor den Weihnachtsferien, Hilfe musste schnell her. Auf Anraten seines Vermieters googelte er kurzerhand und fand eine Notfallfirma namens „installateur-nothilfe.at“. Er rief bei der auf der Website angegebenen Telefonnummer an: „Ich erreichte eine Zentrale, die mir mitteilte, ein Techniker würde in zwei bis drei Stunden zu mir kommen.“ 

Preisexplosion für fünf Minuten Arbeit

Bereits bei der Ankunft des Installateurs wurde Alessio das erste Mal stutzig. Es kam ein Mann ohne Arbeitsuniform und lediglich mit einem kleinen Werkzeugkoffer ausgestattet. Direkt beim Betreten der Wohnung informierte er Lampis darüber, dass die Anfahrtskosten 350 Euro betragen würden, diese Kosten allerdings zur Gänze von der Haushaltsversicherung übernommen werden. Nachdem er das rinnende Loch mit einer Paste abgedeckt hatte, schlüsselte er Lampis die fertige Rechnung auf: 350 Euro für die Anfahrt; 50 Euro für die Arbeit; 40 Euro für die Paste. Die 440 Euro multiplizierte er mal 1,2 – angeblich für die Steuer. Der Mann verlangte den Betrag in bar. Nachdem Lampis aber nur 100 Euro bei sich hatte, überwies er die restlichen 428 Euro auf ein vermeintliches Firmenkonto. Der Techniker versicherte dem 30-Jährigen, er würde den Beleg anschließend per Mail bekommen, um ihn bei der Versicherung einzureichen – das geschah jedoch nicht. Der Vermieter der Wohnung kontaktierte die auf der Website angegebene Buchhaltung der Firma per Mail, doch die E-Mail kam nie an, da die Adresse nicht existierte. Die Therme tropfte zwar nicht mehr, zumindest eine Zeit lang, aber 528 Euro waren ohne Leistungsnachweis für die Versicherung einfach weg.

Vor allem in den kalten Wintermonaten kann es vorkommen, dass man Opfer einer falschen Installateurfirma wird. Die Tricks der Betrüger sind immer schwieriger zu durchschauen. Wie kann man sich aber selbst vor solchen Betrugsmaschen schützen?

Wenn dann wirklich der Moment da ist, wo die Therme kaputt ist, wäre es gut, wenn ich eine Liste von drei bis fünf tatsächlich seriös überprüften Anbietern habe, an die ich mich wenden kann.

Armin Grasberger, Digitalexperte

Vorarbeit für den Notfall

Wichtig ist hier, für den Ernstfall Vorarbeit zu leisten. „Wenn dann wirklich der Moment da ist, wo die Therme kaputt ist, wäre es gut, wenn ich eine Liste von drei bis fünf tatsächlich seriös überprüften Anbietern habe, an die ich mich wenden kann. Das ist mit Arbeit verbunden, aber es ist wichtig, diese Liste zu haben“, so Digitalexperte Armin Grasberger vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). 

Das A und O bei dieser Vorarbeit ist es, die auf der Website angegebenen Handynummern zu googeln: „Wenn ich sehe, dass eine Telefonnummer bei sieben oder acht verschiedenen Webseiten auftaucht, die alle anders heißen, dann ist das ein großes Warnsignal. Hinter diesen Angeboten stecken oft sogenannte Vermittlungsagenturen. Die stellen sich so dar, als wären sie Installateure, Schlüsseldiente, Glasermeister oder andere Handwerksbetriebe. Allerdings leiten sie lediglich Anfragen an ihre Partner weiter, die dann vor Ort erscheinen. Das ist grundsätzlich nicht illegal, als Kunde hat man aber keine Ahnung, mit wem man es in Wahrheit zu tun hat“, warnt Grasberger.

Websites von Scheinfirmen werden immer professioneller. Betrüger fälschen sogar Impressen: „Da müssen wir auch oft drei, vier Mal hinschauen. Das ist schwierig herauszufinden, auf den ersten Blick“, so Grasberger. Man könnte laut dem Experten noch die Adressenangabe aus dem Impressum in Google Maps suchen und versuchen, herauszufinden, ob ein Unternehmen an der Anschrift gemeldet sei. Oder man sucht in Unternehmensregistern nach dem angeblichen Betrieb und vergleicht die Ergebnisse mit den Angaben auf der Website.

Am verlässlichsten ist aber immer noch die Mundpropaganda: Ratsam ist es daher, im eigenen Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft zu fragen, welche Technikerfirmen weiterempfohlen werden. Die Website der Watchlist Internet führt außerdem ein Register suspekter oder bereits gemeldeter Handwerksfirmen.

Für Alessio Lampis kommen diese Tipps allerdings zu spät. Der 30-Jährige meldete die suspekte Installateur-Firma bei der Arbeiterkammer, er erstattete eine Anzeige, die profil vorliegt. Dass er das Geld zurückbekommt, ist unwahrscheinlich. Immerhin hatte er Glück im Unglück: Der Schein-Installateur reparierte trotz offensichtlich fehlenden Know Hows seine Therme richtig. Ein anderer, seriöser Techniker überprüfte die Therme und konnte entwarnen.

Natalia Anders

Natalia Anders

ist seit Juni 2023 Teil des Online-Ressorts und für Social Media zuständig.