Hochegger, Meischberger, Rumpold: Schwarzblaue Wirtschaftswunder

Hochegger, Meischberger, Rumpold: Schwarzblaue Wirtschaftswunder

Sie galten als die großen Profiteure der Jahre 2000 bis 2006. Mittlerweile sind Peter Hochegger, Walter Meischberger und Gernot Rumpold - zumindest offiziell - vermögenslos und zahlungsunfähig.

In den vergangenen Wochen landeten gleich drei Exponenten der Ära Schwarzblau unabhängig voneinander vor dem Konkursrichter.

Peter Hochegger

Der heute 65-Jährige hat sich aus dem Erwerbsleben zurückgezogen und soll sich immer wieder in Brasilien aufhalten. Am 14. Mai wurde über das Vermögen seiner SICON Unternehmensberatung und -beteiligung GmbH, vormals Valora Unternehmensberatung und -beteiligung AG der Konkurs eröffnet. Die Valora AG diente der Telekom Austria einst als schwarze Kasse, über welche Millionen zu Parteien und Günstlingen verschoben wurden. Der Konkurs ist geringfügig, die Gesellschaft vermögenslos. Ende Juni stellte Hochegger unabhängig davon einen Antrag auf Verfahrenshilfe - er will im Wege einer Zivilklage 32 Millionen Euro bei seinen früheren Partnern Karl-Heinz Grasser, Ernst Karl Plech und Walter Meischberger erstreiten. Hochegger ist neben Grasser und Meischberger einer der Verdächtigen im Komplex Buwog. Er bestreitet die Vorwürfe.

Walter Meischberger

Auch der heute 54-Jährige meidet jede Öffentlichkeit - und hat gleich zwei Konkurse am Hals. Ende Juli wurde sowohl über Meischbergers Werbeagentur ZehnVierzig Agentur für strategische Kommunikation GmbH als auch über deren Tochter Valora Solutions Projektbegleitung GmbH der Konkurs eröffnet. Auch diese Gesellschaften waren Drehscheiben für fragwürdige Honorare. An der Valora Solutions (nicht zu verwechseln mit Hocheggers Valora AG) war neben Peter Hochegger einst auch Karl-Heinz Grasser direkt beteiligt. Meischbergers Gesellschaften gelten als vermögenslos. Daneben muss sich der Tiroler mit einem Delogierungsverfahren herumschlagen. Im Fall Buwog (und weiteren anhängigen Causen) bestreitet auch Meischberger jede Verfehlung.

Gernot Rumpold

Der heute 57-jährige Ex-FPÖ-Politiker hat seinen Lebensmittelpunkt nach Zypern verlagert. Seit 30. Juli ist er in Privatkonkurs, nachdem seine 100 % Communications PR-Agentur GmbH am 10. Juli in die Pleite geschlittert war (bis dahin wurden die Anteile über eine zypriotische Holding gehalten). Auch Rumpold, einst "Lobbyist“ für den Rüstungskonzern EADS, ist nach eigenen Angaben vermögenslos. Er steht derzeit wegen Steuerhinterziehung vor Gericht.