Hypo-Erbe: Wo sind 3,4 Milliarden Euro verblieben?

Hypo-Erbe: Wo sind 3,4 Milliarden Euro verblieben?

Die laufende Abwicklung der Heta Asset Resolution AG (vormals Hypo-Alpe-Adria-Bank International AG) wirft einen in dieser Form bisher völlig unbekannten Verdacht auf.

Kam es bei den ab 2001 platzierten und zum weitaus größten Teil mit Haftungen des Landes Kärnten ausgestatteten Hypo-Schuldtiteln möglicherweise zu Unregelmäßigkeiten? Könnte es sein, dass ausgesuchte „Freunde des Hauses“ einst mit Tranchen bedacht wurden, für die sie nie bezahlten (dafür aber sehr wohl Zinsen kassierten)? Tatsache ist, dass sich längst nicht alle Anleiheninhaber aus der Deckung gewagt haben. Im Juni hatte der Wiener Rechtsanwalt und Insolvenzrechtsexperte Norbert Abel „potenzielle Haftungsgläubiger“ namens der Kärntner Landesholding öffentlich dazu aufgefordert, Forderungen gegenüber der Heta bekanntzugeben.

Ausgehend von einem Anleihevolumen in der Höhe von 13,4 Milliarden Euro konnten in weiterer Folge rund zehn Milliarden Euro „mittelbar oder unmittelbar“ identifiziert werden, nachdem sie sich selbst oder über Anwälte deklariert hatten (profil Nr. 44/15). Ein Viertel, also immerhin 3,4 Milliarden, dagegen meldete sich nicht. Dafür kann es auch plausible Erklärungen geben. So könnte es sein, dass bestimmte Investorengruppen, Hedge Fonds etwa, sich aus strategischen Erwägungen vorerst noch bedeckt halten. Es könnte auch sein, dass vereinzelte Privatanleger den Aufruf schlicht übersehen haben. Und doch macht die schiere Höhe des ausstehenden Volumens stutzig – auch Norbert Abel: „Zu Ihrer Anfrage teile ich Ihre Ansicht, zumal meines Erachtens einen potenziellen Haftungsgläubiger eine Obliegenheitsverpflichtung trifft, sich zu melden, wenn er aufgefordert wird.

An der Publizität kann es kaum liegen, das Medienecho war und ist doch sehr groß“, so der Rechtsanwalt in einer Stellungnahme gegenüber profil. Kann es also sein, dass gewisse Anleiheinhaber vorsichtshalber anonym bleiben wollen? Abel kommentiert das nicht.

Und was sagt die Heta zu möglichen Unregelmäßigkeiten? Über einen Sprecher lässt das Management nur ausrichten, der Verdachtslage sei bisher nicht nachgegangen worden, „weil dazu kein Anlass bestand“.