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Wirtschaft
03/31/2021

„Lasser“, „Laider“, „Lüssel“: Erste Anklage in der Causa Eurofighter

Die WKStA will zwei Personen in Zusammenhang mit einer Briefkastenfirma vor Gericht bringen: Es geht um acht Millionen Euro für angebliches Lobbying.

von Michael Nikbakhsh, Stefan Melichar

Fast zehn Jahre nach dem Start des aktuellen Eurofighter-Ermittlungsverfahrens gibt es nun eine erste Anklageschrift. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft zwei Personen Untreue und falsche Beweisaussage vor. Es geht um die Londoner Briefkastenfirma „City Chambers“, die für angebliche Beratungsleistungen von der Kampfjet-Firma EADS (heute: Airbus) rund acht Millionen Euro erhalten hat.

Die Ermittler stießen auf Leistungsberichte in denen sich vorgebliche Termine mit „W. Lüssel“, „KH Lasser“, „Mr. Wartenstein“ und „J. Laider“ fanden – profil berichtete ausführlich. Die WKStA geht nunmehr davon aus, dass den Zahlungen keine werthaltige Gegenleistung gegenüberstand.

Hinweise auf Bestechung hätten sich nicht ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Dies ist insofern bemerkenswert, als der Lobbyist, der hinter City Chambers stand, einst verlauten ließ, sein Auftrag habe sich darauf beschränkt, zu verhindern, dass Jörg Haider den Eurofighter-Deal platzen ließ.

Den Beschuldigten wird darüber hinaus vorgeworfen, als Zeugen vor der Staatsanwaltschaft und vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss die Unwahrheit gesagt zu haben. Sie können gegen die Anklageschrift Einspruch einlegen. Diese ist somit noch nicht rechtswirksam.

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