Wirtschaft

Schnee adé: Wintertourismus im Umbruch

Was tun, wenn der Schnee ausbleibt? Die Ferienregionen in den Alpen sind zugleich Verlierer und Gewinner der Klimakrise. Wie sie versuchen, sich neu zu erfinden.

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Ein bisschen erinnert es an ein in Bewegung geratenes Wimmelbild von Pieter Bruegel: jenes Video aus Ischgl, das vor einigen Tagen viral ging und über 25 Millionen Aufrufe und 520.000 Likes generierte. Darauf ist zu sehen, wie auf einer völlig überfüllten Piste zahlreiche Skifahrer und Snowboarderinnen versuchen, ins Tal zu kommen. Und wie in den Gemälden des flämischen Malers scheinen auch hier nicht alle Protagonisten ganz nüchtern zu sein.

So dicht gedrängt ist es freilich meist nur zur letzten Talabfahrt, wenn Lifte und Hütten schließen. Auf den insgesamt 239 Pistenkilometern ist Platz genug für Liebhaber des Einkehrschwungs. Dennoch: Über mangelnden Zuspruch kann sich der Tiroler Skihotspot offensichtlich nicht beklagen. Etwas, das er mit dem überwiegenden Teil der heimischen Skigebiete derzeit gemein hat.

Der Wintereinbruch pünktlich zum Adventbeginn sorgte für eine hervorragende Buchungslage; die Semesterferien starteten mit – zumindest in den höheren Lagen – ausreichend Schnee und strahlendem Sonnenschein. So euphorisch wie in der heurigen Saison waren Touristiker und Liftbetreiber schon lange nicht mehr. Doch über eines können all die Jubelmeldungen nicht hinwegtäuschen: Der Wintertourismus steht – nicht zuletzt wegen der Klimakrise – vor gravierenden Veränderungen. In den Ferienregionen zerbricht man sich längst die Köpfe über Alternativen, macht Investitionsentscheidungen von Schneedeckenprognosen abhängig und versucht sich neuerdings in Sachen Ganzjahrestourismus.

Christina   Hiptmayr

Christina Hiptmayr

ist Wirtschaftsredakteurin und Moderatorin von tauwetter, dem profil-Podcast zur Klimakrise.

Marina  Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der "Wiener Zeitung".