Stadt Wien bezieht für Sender W24 Subventionen aus ORF-Gebühren

Markus Pöllhuber, Renate Brauner, Marcin Kotlowksi (v. l.). „Beträchtliche Finanzierungslücke“

Markus Pöllhuber, Renate Brauner, Marcin Kotlowksi (v. l.). „Beträchtliche Finanzierungslücke“

Zwei Millionen Euro „Privatrundfunkförderung“ seit 2011 – Stadtrechnungshof kritisiert Gebarung.

Die Stadt Wien bezieht für ihren regionalen Kabel-TV-Sender W24 seit Jahren öffentliche Subventionen aus dem Privatrundfunkfonds, der wiederum aus ORF-Gebühren gespeist wird.

Aus den Datenreihen der Regulierungsbehörde RTR geht hervor, dass W24 zwischen 2011 und den ersten Monaten 2016 in Summe rund zwei Millionen Euro an Förderungen erhielt. „Der Privatrundfunkfonds stellt rein auf die Förderung der regionalen Vielfalt und Kreativität ab, die Frage der Eigentümer ist da sekundär“, so W24-Geschäftsführer Marcin Kotlowski gegenüber profil. „W24 liefert genau das: vielfältigen regionalen Content.

Insofern wüsste ich nicht, warum wir keine Förderungen in Anspruch nehmen sollten.“ Seitens der RTR heißt es: „W24 hat Förderungen für lokale Nachrichtensendungen, zeitgeschichtliche Sendungen, Informationen aus den Wiener Bezirken und ähnliche lokale Inhalte bezogen.“ Daneben seien auch Ausbildungsmaßnahmen und Studien wie etwa Reichweitenerhebungen gefördert worden. Laut RTR erhalten Sender im Eigentum von Parteien oder im „unmittelbaren Einflussbereich juristischer Personen des öffentlichen Rechts“ (wie die Gemeinde Wien eine ist) keine Subventionen – W24 gehört der Kommune via WH Medien GmbH nur mittelbar.

Wie profil weiters berichtet, übt der Wiener Stadtrechnungshof in einem Ende des Vorjahres finalisierten Bericht zur WH Medien GmbH teils scharfe Kritik an der Gebarung der Gesellschaft zwischen 2010 und 2013. Darin ist unter anderem von stark gestiegenen Ausgaben für Produktion, Werbung und Repräsentation die Rede, von großzügigen Pensionsregelungen für ehemalige Geschäftsführer, teuer angeschafften Kunstwerken und Unklarheiten in der Bilanzgestaltung.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen profil 17/2016 oder als E-Paper.