Weltausstellung Mailand 2015: Aufatmen mit Österreich

Weltausstellung Mailand 2015: Aufatmen mit Österreich

Der rot-weiß-rote Pavillon ist der coolste auf der Mailänder Expo. Dank eigens gepflanzter Bäume und Sträucher.

Österreichs energieneutraler Pavillon auf der Weltausstellung in Mailand kommt dem Generalmotto „Energy for Life-Feeding the planet“ vielleicht am nächsten: Ein eigens gepflanzter Wald mit hohen Bäumen und Sträuchern sorgt für Sauerstoff-Produktion und Abkühlung – „Breathe Austria“ steht überm Eingang, und drinnen ist es stets um fünf Grad kühler als auf dem Expo-Gelände mit über 50 Pavillons. Österreich präsentiert sich als ökologisches Musterland und grünes Urlaubsziel. Bislang wurden 600.000 Besucher gezählt, die auch heimische Speisen und Getränke verkosten durften.

"Ein sehr stimmiges Konzept"

Beim Österreichtag auf der Expo am 26. Juni mit Bundespräsident Heinz Fischer und Mitgliedern der Bundesregierung sowie Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl wurde erste Bilanz gezogen. „Österreich präsentiert sich als Land mit einer intakten Umwelt und einer einmalig schönen Landschaft – ein sehr stimmiges Konzept, das mir als Naturfreund besonders gut gefällt“, erklärte Fischer.

Weltmeister in Nischen

In die positive Grundstimmung mischte sich aber auch ein wenig Kritik: Besucher des rot-weiß-roten Pavillons erfahren wenig über die Alpenrepublik. Einige Videowalls mit Bildern und Infos wären hilfreich gewesen, vor allem für Besucher aus anderen Kontinenten. Im Zentrum von Mailand läuft im Triennale-Gebäude die gelungene Ausstellung „Austrian Design Explosion“, wo sich Österreichs Firmen als Weltmeister in Nischen präsentieren: Von Drohnen über Eier-Verpackungen bis zu Motorrädern und Solartechnologie.

Ein Rundgang auf dem Expo-Gelände erlaubt interessante Vergleiche: Vor allem asiatische Länder präsentieren sich als Energie- und Agrarexporteure. Die USA zeigen eine vertikale Farm mit neuen Anbaumethoden und stellen auch die Vorzüge der Gentechnik heraus– als Sponsoren treten Großkonzerne wie Dupont oder Monsanto auf.

Der riesige Russland-Pavillon präsentiert den ältesten Saatgut-Speicher des Pioniers Nikolai Wawilow oder Mendelejews Periodensystem chemischer Elemente auf schicken Videowalls.

Aufstrebende Exportnationen wie Argentinien, Brasilien oder Ecuador stellen stolz ihre agrarischen Leistungen aus, auch die Produktion von Bio-Treibstoffen.

Sehenswert sind die Pavillons der Länder des Nahen und Mittleren Ostens, vor allem jene von Oman, Kuwait und Dubai, das 2020 nach Kasachstan 2017 die übernächste Expo ausrichten wird.