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Wieso die Regierung mit einer „OMV-Steuer“ die Spritpreise drücken will

Die Regierung will mit neuen Maßnahmen die Spritpreise und die Inflation in den Griff bekommen und drückt dem größten Energieunternehmen Österreichs so etwas wie eine eigene OMV-Steuer auf. Der große Preisschock kommt aber erst.

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Die dritte Woche im Iran-Krieg begann in Österreich damit, dass der OMV-Chef und der Finanzminister einander vorwarfen, sich mit den stark steigenden Spritpreisen ein „Körberlgeld“ zu verdienen. „Das Körberlgeld holt sich der Staat“, sagte Alfred Stern, CEO des teilstaatlichen Energiekonzerns OMV, vergangenes Wochenende im ORF-Radio, als der Moderator wissen wollte, ob der Konzern durch steigende Raffineriemargen kräftig am Ölpreisanstieg mitschneidet.

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) wollte das wiederum nicht auf sich sitzen lassen. „Ich darf darauf hinweisen, dass sich der Staat kein Körberlgeld verdient“, sagte Marterbauer am Montag bei einer Pressekonferenz. Steuern und Abgaben machen tatsächlich mehr als die Hälfte der Spritpreise an der Zapfsäule aus. Wenn die Treibstoffpreise steigen, steigt aber „nur“ die Umsatzsteuer, weil sowohl die Mineralölsteuer als auch die CO₂-Steuer Mengensteuern sind, also unabhängig vom Preis, rechtfertigte sich Marterbauer.

Eigentlich müssen die beiden gar nicht streiten – es bleibt für Unternehmen und Bundesbudget mehr als genug übrig, wenn die Preise steigen. Und genau vor diesem Hintergrund sollte man den Schlagabtausch und die Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise betrachten, welche die Bundesregierung diese Woche beschlossen hat. 

Marina Delcheva

Marina Delcheva

leitet das Wirtschafts-Ressort. Davor war sie bei der „Wiener Zeitung“.