Fleischproduktion

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Titelgeschichte
09/26/2020

Fleischaufgabe

Schinken, Steak, Schweinsbraten: Österreich ist ein Land der Karnivoren. Fleisch ist viel zu billig, die Kosten für die Gesellschaft und das Klima sind enorm. Wie können wir den immensen Hunger nach tierischen Produkten drosseln? Und was sollte ein Schnitzel tatsächlich kosten?

von Franziska Dzugan , Christina Hiptmayr

Nach 50 Jahren im Fleischgeschäft hat Leberkäse-Produzent Hermann Neuburger die Nase voll. „Die Tierhaltung hat sich massiv verschlechtert. Das stört mich schon lange“, sagt der Metzger aus Oberösterreich. Deshalb begab sich Neuburger mit seinem Sohn Thomas auf eine kulinarische Weltreise. Die Mission: Pflanzen zu finden, die dem geschulten österreichischen Gaumen das Fleisch ersetzen könnten. Taiwan, China, Japan, Thailand: Drei Rohstoffe brachten Vater und Sohn aus Asien heim ins Mühlviertel. Sie experimentierten mit Saitan aus Weizengluten, Tofu aus Soja und mit Pilzen. An die gallertartige Konsistenz von Tofu seien Europäer schwer zu gewöhnen, sagt Neuburger. Kräuterseitlinge brachten schließlich „den richtigen Biss, das perfekte Mundgefühl“. 2016 brachten die Neuburgers die ersten Pilz-Würstel auf den Markt. Die Nachfrage überraschte die beiden: Heute beliefern sie 4000 Supermärkte in Österreich und Deutschland mit Schnitzel, Faschiertem, Bratstreifen, Rostbratwürstchen und Käsebratwurst. Leberkäse aus echtem Fleisch wird es weiterhin geben, aber nicht mehr im Fokus stehen. „Wir setzen alles auf die Pilzkarte“, sagt Thomas Neuburger.

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