Das Namensschild des Klinikum Wels-Grieskirchen vor dem Spitalsgebäude
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Aortariss in Rohrbach: Patientin hätte in Wels versorgt werden müssen

Der tragische Tod einer 55-jährigen Mühlviertlerin vergangenen Herbst legt die organisatorischen Schwachpunkte des Gesundheitssystems offen – dabei gibt es genaue Vorschriften. Nur hält sich niemand an sie.

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Wenn die Politik nicht weiterweiß, beruft sie eine Expertenkommission ein. Vergangenen Herbst tat dies zum Beispiel Oberösterreichs ÖVP-Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander. Nachdem eine 55-jährige Mühlviertlerin im Klinikum Rohrbach tragisch gestorben war, weil sie nicht die Versorgung bekommen hatte, die sie gebraucht hätte, verlangte die Öffentlichkeit Antworten. Die zweifache Mutter erlitt einen Riss der Hauptschlagader. Dabei wühlt sich das Blut durch den Körper, Betroffene spüren das, was Mediziner einen „Vernichtungsschmerz“ nennen.

Die Patientin kam rechtzeitig, „gehfähig und kreislaufstabil“ ins Provinzklinikum, doch dort konnte nur die Diagnose gestellt werden. Das Klinikum Rohrbach handelte zeitnah und „korrekt“, darin waren sich von Anfang an alle Fachleute einig, das bestätigt nun Monate später auch die Expertenkommission. Denn die notwendige Operation hätte nicht in Rohrbach, sondern nur in einem größeren, spezialisierten Spital durchgeführt werden können. Sieben andere Krankenhäuser klapperten die Mediziner des Klinikums Rohrbach per Telefon ab – kein einziges nahm die Frau rechtzeitig auf.

Wie konnte das passieren? Was lief da schief? Und vor allem: Wie lässt sich so etwas verhindern? Eigentlich gibt es konkrete Pläne und Vorschriften. Sie werden nur nicht eingehalten.

Nina Brnada

Nina Brnada

ist Redakteurin im Österreich-Ressort. Davor Falter Wochenzeitung.