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Der Vogelschützer, der sich gegen die Trump-Familie auflehnt

Joni Vorpsi kämpft seit Jahren gegen die Zerstörung eines Flussdeltas. Sein Gegenspieler ist reich und einflussreich: Jared Kushner, der Schwiegersohn von Donald Trump.

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Im Büro von Joni Vorpsi ist ein übergroßer Pelikan an die Wand gemalt. Das Tier spannt seine Flügel und segelt über einen Fluss, der sich durch eine Gebirgskette schlängelt. Ungefähr so idyllisch hat sich Vorpsi seinen Job vorgestellt: mit einem Fernglas majestätische Vögel beobachten.

Schon als Bub verschlang der heute 31-Jährige jede Tierdokumentation, die er in die Finger bekommen konnte. Nicht ahnend, dass es in seinem Heimatland Albanien nicht minder spektakuläre Aufnahmen gibt. Das kleine Balkanland verfügte damals über Hunderte Kilometer unverbauter Küsten, weil es lange vom Rest der Welt isoliert gewesen war. Fast ein halbes Jahrhundert herrschte mit Enver Hoxha derselbe Diktator. Der Stalinist verbot private Autos und ausländische Direktinvestitionen, Glücksspiel und Coca-Cola. An den Küsten wurden Bunker statt Hotels gebaut.

Vom Gaza-Diplomaten zum Balkan-Bauherr

Mittlerweile ist Albanien in der kapitalistischen Moderne angekommen. Das Mittelmeerland erlebt einen Tourismusboom, und die Küsten sind zur Spielwiese für Investoren geworden. Neuerdings mischt auch Jared Kushner mit, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Kushner kennt die Welt vor allem als Diplomat – aktuell vermittelt er bei den Friedensverhandlungen in der Ukraine und in Gaza. Vor Beginn des Krieges im Iran saß er in den Verhandlungen über das Atomprogramm mit am Tisch.

Über Donald Trump heißt es, er würde seine Amtsgeschäfte wie ein König führen. Und zu einem König gehören nicht nur loyale Untergebene, sondern auch eine Familie, die in die Amtsgeschäfte involviert ist, gleichzeitig aber Business machen darf.

Jared Kushner, umgeben von weiteren Mitgliedern der Trump-Familie, bei einer Rede von Donald Trump im US-Kongress
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Kushner ist ein gutes Beispiel dafür. In Trumps erster Amtszeit war er Chefberater im Weißen Haus und bei den sogenannten Abraham Accords eingebunden, einer diplomatischen Annäherung inklusive Friedensvertrag zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain. In diesen Jahren knüpfte Kushner auch gute Kontakte zum saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Der saudische Staatsfonds, der dem Königshaus untersteht, hat zwei Milliarden Dollar in Kushners Investment-Firma „Affinity Partners“ gesteckt. Ein Teil dieses Geldes soll jetzt in ein Flussdelta am Mittelmeer fließen. Joni Vorpsi kämpft seit acht Jahren gegen die Zerstörung dieses Naturjuwels, wenn auch ohne sonderlich große Erfolgsaussichten. Was treibt ihn an?

Franziska Tschinderle

Franziska Tschinderle

schreibt seit 2021 im Außenpolitik-Ressort. Studium Zeitgeschichte und Journalismus in Wien. Schwerpunkt Südosteuropa / Balkan.