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Operation Fegefeuer: So baut Peter Magyar Orbáns Staat um

Viktor Orbán ist weg, aber viele seiner Günstlinge bleiben. Sein Nachfolger Peter Magyar will sie loswerden.

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Péter Magyar ist sechs Wochen im Amt, als er sein wohl wichtigstes Reformpaket präsentiert. Am vergangenen Montag steht Magyar am Rednerpult des ungarischen Parlaments in Budapest, wo seine Tisza-Partei nach dem Erdrutschsieg im April eine Zwei-Drittel-Mehrheit hält. Genug Stimmen, um die Verfassung zu ändern und den Staat umzubauen. Genau das hat Magyar auch vor. Er will eine neue Ära in Ungarn einleiten, ein Land, das zuvor 16 Jahre in fester Hand des Langzeitregierungschefs Viktor Orbán war. Orbán hat aus Ungarn eine „illiberale Demokratie“ gemacht, Schlüsselpositionen in Medien, Justiz und Universitäten mit Günstlingen besetzt. Magyar will all das zurückschrauben und ein neues Ungarn bauen. Allerdings wirkt der Name, den er seiner Vision gegeben hat, etwas aus der Zeit gefallen. Der neue Regierungschef spricht von einer „Operation Fegefeuer“.

Ungarns Regierungschef Peter Magyar im ungarischen Parlament
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Mit der Operation Fegefeuer befreien wir unser Land aus der Gefangenschaft der politischen und wirtschaftlichen Mafia, die in den letzten 16 Jahren regiert hat

Peter Magyar, Regierungschef

„Mit der Operation Fegefeuer befreien wir unser Land aus der Gefangenschaft der politischen und wirtschaftlichen Mafia, die in den letzten 16 Jahren regiert hat“, sagt Magyar im Parlament. Die Rede wird live gestreamt. Die Regierung hat außerdem ein Portal eingerichtet, bei dem Bürgerinnen und Bürger noch bis zum 27. Juni ihr Feedback zu den Verfassungsänderungen einreichen können.

„Diese Regierung ist am Höhepunkt ihrer Popularität“, sagt der ungarische Politologe Péter Krekó, Direktor des Thinktanks „Political Capital“ in Budapest. Er sieht Magyar in seiner Art Honeymoon-Phase. „Während sich Fidesz im freien Fall befindet und Umfragen zufolge nur noch 20 Prozent Zuspruch hat, liegt Tisza bei 60 Prozent Zustimmung in der Gesamtbevölkerung“, so Krekó.

Franziska Tschinderle

Franziska Tschinderle

schreibt seit 2021 im Außenpolitik-Ressort. Studium Zeitgeschichte und Journalismus in Wien. Schwerpunkt Südosteuropa / Balkan.