Peter Magyar legt seine Hand auf sein Herz, er steht vor Ungarn-Flaggen.
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Ungarn: Kann Oppositionsführer Péter Magyar das System Orbán stürzen?

Am 12. April könnten die Ungarn Viktor Orbán abwählen. Ihr Votum ist entscheidend für die Zukunft Europas.

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Fast drei Kilometer lang ist der Menschenzug, der sich am vergangenen Sonntag in Budapest vom Deák-Platz zum Heldenplatz wälzt. An der Spitze marschiert mit seinen Gefolgsleuten hinter einem Banner der Oppositionsführer Péter Magyar. Der 45-Jährige hat vor zwei Jahren mit Viktor Orbáns Fidesz-Partei gebrochen und will sein einstiges Idol nach 16 Jahren an der Macht vom Thron stoßen. Vier Wochen vor der Parlamentswahl am 12. April besteigt er unter dem Jubel von 160.000 Anhängern das Podium vor dem Halbrund mit den Denkmälern der Größen der nationalen Geschichte. Er schwingt eine ungarische Fahne, für den Anlass hat er sich ein traditionelles Bocskai-Sakko mit Stehkragen und Posamenten angezogen.

Damals wie heute stellt sich die Frage: Wollen wir Untertanen sein oder freie Bürger?

Péter Magyar

Oppositionsführer

Der 15. März ist in Ungarn ein Nationalfeiertag. Er erinnert an die Ungarische Revolution von 1848/49, als sich das Land erstmals eine moderne bürgerliche Verfassung gab. Sie galt, bis das Habsburger-Imperium – mithilfe des russischen Zaren – militärisch zurückschlug, die Revolution niederwarf und die alte feudale Ordnung wiederherstellte. Als bürgerlich-rechter Politiker versteht es Magyar, die Erzählung von damals mit den Emotionen von heute zu verknüpfen. „Damals wie heute stellt sich die Frage: Wollen wir Untertanen sein oder freie Bürger?“, ruft er in die begeisterte Menge.

Ein Abzeichen in Ungarns Nationalfarben (rot, weiß, grün) hängt über Peter Magyar.
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Im Hintergrund zieht ein Kran ein überlebensgroßes rot-weiß-grünes Abzeichen in die Höhe. Die Revolutionäre von 1848 hatten es sich erstmals ans Revers gesteckt, bis heute tragen es die Ungarn am 15. März. 

Die April-Wahl gilt in Österreichs östlichem Nachbarland als die wichtigste seit der demokratischen Wende von 1989/90. Der Rechtspopulist Orbán hat seit 2010 ein tendenziell autokratisches System errichtet, mit eingeschränkter Medienfreiheit, einer ihm teils hörigen Justiz und einer korrupten Klientelwirtschaft, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes erstickt.

Der Urnengang weist aber weit über die Grenzen Ungarns hinaus und ist wohl die wichtigste Wahl in Europa in diesem Jahr. Orbán ist innerhalb der EU der engste Verbündete des Kremlherrn Wladimir Putin.

Orban schüttelt die Hand von Wladimir Putin.
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