Ballhausplatz 5

Babler im Chat: Einfach Politiker

SPÖ-Chef Andreas Babler schreibt im Chat mit profil über die Kante zur FPÖ, die Konkurrenz der KPÖ und den eigenen Haushalt.

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Andreas Babler wäre gerne Kanzler. Dafür versucht der Traiskirchener Bürgermeister, die SPÖ zu einen und hat einen Expert:innenrat um sich versammelt. In Parteitagsreden und Interviews gibt er sich angriffig, bei Zeltfesten und auf Social-Media bürger:innen-nah.

Doch in den letzten Jahren war seine Partei auf beiden Flanken offen: Rechts gewann die FPÖ, links die Kommunist:innen. Sorgt sich der SPÖ-Chef um die extreme Konkurrenz? Wo spart ein in der Rhetorik großzügiger Kanzler-Kandidat im eigenen Haushalt? Und darf Andreas Babler zwischen Sozialen Netzwerken und sozialdemokratischer Freundschaft auch einfach einmal Politiker sein? Im Chat liefert Bundesrat Babler Antworten.

Max Miller

Sie haben Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ stets ausgeschlossen. Auf Puls24 meinten Sie letzte Woche, Sie wollen erst das Wahlergebnis abwarten. Was stimmt nun?

Andreas Babler

Keine Koalition mit der FPÖ - das ist die glasklare Position von mir.

Max Miller

Würden Sie umgekehrt eine Minderheitsregierung gegen Kickl stützen?

Andreas Babler

Über andere mögliche Koalitions- bzw. Unterstützungsvarianten rede ich gerne mit Ihnen nach der Wahl.

Max Miller

Dann reden wir über das Vorfeld: In Salzburg und Graz feierte die KPÖ Erfolge auf Kosten der SPÖ. Bei der ersten Wahl im neuen Jahr in der Stadt Salzburg droht ein ähnliches Szenario. Sind Kommunisten die besseren Sozialdemokraten?

Andreas Babler

Die KPÖ hat ihre vergangenen Wahlerfolge auf Kosten aller Parteien erzielt. Die besten Sozialdemokrat*innen sind logischerweise das Original, sprich die SPÖ.

Max Miller

Gab es seit Juni einen Moment, an dem Sie bereut haben, dass Martin Thür richtig rechnete und Sie doch SPÖ-Chef wurden?

Andreas Babler

Nein. Ich bin mit den Entwicklungen zufrieden und jeden Tag motivierter.

Max Miller

Wie motiviert Sie sind, zeigen Sie auf Social-Media. Dort exponieren Sie sich stark, von der eigenen Ehe bis zur Spotify-Playlist. Kann man heute nicht mehr einfach nur Politiker sein?

Andreas Babler

Das sind die Spielregeln von Social Media. Ich wähle aber gut aus, was ich teile. Abgesehen davon bin ich ganz klar deshalb Politiker, weil ich die Lebensbedingungen der Menschen verbessern will.

Max Miller

Um diese zu verbessern, wollen Sie als Kanzler viel Geld verteilen. Da werden Sie an anderen Stellen Sparsamkeit beweisen müssen. Wo sparen Sie denn jetzt schon in Ihrem eigenen Haushaltsbudget?

Andreas Babler

Es geht darum, in Zukunft in Bundesbudgets gerechter zu verteilen. So habe ich auch in meiner Stadt über die letzten Jahre trotz Krisen stabile Wirtschafts- und Finanzpolitik praktiziert.

Max Miller

Da ist jetzt im Chat etwas verloren gegangen: Ich wollte wissen, wo Sie in Ihrem persönlichen Haushalt besonders auf die Kosten achten.

Andreas Babler

So wie alle anderen Bürger*innen auch, die von dem Versagen der Regierung im Kampf gegen die Teuerung betroffen sind.

Andreas Babler

Aber: Kann man heute nicht mehr einfach nur Politiker sein? 😉

Max Miller

Das ist zwar noch immer keine konkrete Antwort, aber ich lasse Sie gerne einfach Politiker sein. Herr Babler, danke für den Chat!

Andreas Babler

Sehr gerne und ich wünsche Ihnen erholsame Weihnachtsfeiertage!

Max Miller

Max Miller

ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und chattet für den Newsletter Ballhausplatz. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.