zwei Frauen im Gespräch
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Diese drei Projekte haben nicht auf bessere Zeiten gewartet, sondern sie selbst geschaffen. Ihre Geschichten zeigen, warum es sich lohnt, Ideen sichtbar zu machen.

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Manchmal ist es gar nicht so schwer, was Neues zu schaffen. Veränderung beginnt häufig damit, dass jemand etwas, das längst da ist, neu zusammenfügt: Ressourcen, die neu genutzt werden, oder Wissen, das mit der nächsten Generation geteilt wird. Hier setzt auch der zeig profil award an. Gesucht sind Unternehmen, Initiativen, Vereine, Teams und Einzelpersonen, die nicht auf bessere Zeiten warten, sondern Lösungen umsetzen und Österreich damit ein Stück voranbringen.

Wir stellen drei Leuchtturmprojekte vor, die das auf ihre Weise zeigen. Sie machen regionale Lebensmittel wieder einfach zugänglich, denken Hilfe und Vorsorge neu zusammen und verbinden Tradition mit Gegenwart. Was sie eint: Sie schaffen Zukunft aus Verbindung. 

Vielleicht sind sie für dich der Anstoß, dein eigenes Projekt einzureichen oder selbst aktiv zu werden. Bis  zum 18. Juli hast du dazu HIER die Chance!

Ein Mann und eine Frau stehen in einem Gemüsebeet
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Paradeisa macht regionale Lebensmittel einfach zugänglich

Die Stadt Wien ist von Landwirtschaft umgeben. Hier wird produziert, was viele vergeblich suchen: Brot aus kleinen Backstuben, Gemüse von Höfen im Umland, Fleisch aus biologischer Haltung. Im Supermarkt landet davon wenig und selbst im Bioladen kommt vieles über Großhändler. Markus Sitek lebte lange in Frankreich. Als er zurück nach Wien kam, wollte er den Zugang zu regionalen Lebensmitteln in der Stadt verbessern und gründete 2018 Paradeisa.

Paradeisa ist ein Online-Hofladen, der mehr als 60 Produzent:innen mit Kund:innen verbindet. Bestellt wird bis Dienstagnacht, abgeholt wird am Donnerstag. Und zwar fertig gerichtet, im Abholmarkt ums Eck. Über ein Hub-System bringen die Höfe ihre Ware zu einem zentralen Punkt, von dort wird sie auf die Abholmärkte in und um Wien verteilt. Weil die Strukturen schlank sind, bleiben die Preise meist auf Abhof-Niveau. Die Bio-Quote ist hoch, vor allem beim Fleisch gibt es keinen Kompromiss.

Das eigentliche Problem, das Paradeisa löst, ist kein logistisches, sondern ein menschliches: Viele wollen regional einkaufen, doch im Alltag gewinnt der Supermarkt an der Ecke – aus Bequemlichkeit. Markus Sitek bringt es auf den Punkt: „Jeder will regionale Lebensmittel, aber nur wenn’s einfach geht.“ Paradeisa nimmt den Aufwand heraus - ohne Abo, ohne Mindestbestellmenge. Zugleich stimmt das System Produktion und Nachfrage besser aufeinander ab: weniger Verschwendung, weniger Verpackung, eine Alternative zu industriellen Lieferketten. Denn die Rechnung ist simpel: Was nicht konsumiert wird, gibt es irgendwann nicht mehr. „Gute Lebensmittel sollen nicht einer kleinen Gruppe vorbehalten sein, sondern wieder Teil des normalen Alltags werden“, sagt Sitek. Das macht Paradeisa zukunftsfähig und zum Vorbild für ähnliche Modelle.

eine Frau überreicht einer älteren Frau einen Einkaufskorb
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Zeitpolster verbindet Hilfe heute mit Vorsorge für morgen

Die Gesellschaft altert, Pflege wird knapper, Einsamkeit nimmt zu. Zeitpolster setzt genau hier an und denkt zwei Dinge zusammen, die sonst getrennt verlaufen: freiwilliges Engagement und Vorsorge. Wer heute anderen hilft, beim Einkaufen, auf Wegen oder in der Betreuung, sammelt dafür Zeitgutschriften. Diese lassen sich später einlösen, wenn im Alter selbst Unterstützung gebraucht wird. Aus Nachbarschaftshilfe wird so eine Form der Vorsorge, die nicht auf Geld beruht, sondern auf Zeit.

Das Modell ist dabei skalierbar angelegt. Aktuell ist Zeitpolster in sieben Bundesländern und dort in einem Viertel aller Gemeinden aktiv. Über 2.500 Freiwillige haben bereits rund 150.000 Stunden für die Zukunft angespart. Getragen wird das von einer Struktur aus Verein und gemeinnütziger GmbH, ausgezeichnet mit dem VSE-Label (Verified Social Enterprise) und von der Austria Wirtschaftsservice hinsichtlich Wirkung, Mittelverwendung und Markteinkommen geprüft. Seit Herbst ist zudem die ERSTE Stiftung als Finanzierungspartner an Bord: Über ihre Initiative „erste social finance“ unterstützt sie den Aufbau in der Steiermark mit einem Nachrangdarlehen. Ein Schritt, dem ein intensiver Prüfprozess aus Bankentests und Risikobewertung vorausging. Als Beispiel für nachhaltig finanzierte Sozialunternehmen wurde der Fall sogar bei einer internationalen Impact-Investing-Konferenz in Lissabon vorgestellt.

Für Gründer Gernot Jochum-Müller ist Zeitpolster nicht nur ein Betreuungsangebot, sondern auch eine Frage des Engagements: Wir brauchen noch viel mehr Menschen, die entsprechend ihren Möglichkeiten Verantwortung für gesellschaftlich relevante Themen übernehmen. Zu erwarten, dass andere ständig Verantwortung übernehmen, wird uns als Einzelne und als Gesellschaft nicht weiterbringen.“ Was Zeitpolster wachsen lässt, sind Freiwillige, die in ihrer Region eine Gruppe aufbauen. Wer mitmacht, sorgt für sich vor und sorgt zugleich dafür, dass andere weniger allein sind. Ein Win-Win-Modell mit Zukunftspotenzial!

Ein Gruppenfoto mit den Mitarbeitenden der Firma PIATNIK
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PIATNIK bringt Tradition ins Spiel

Wer über Zukunft spricht, denkt selten an ein Unternehmen, das 1824 gegründet wurde. Doch genau hier liegt die Stärke von PIATNIK. Was als kleine Spielkartenwerkstatt begann – eine von über hundert allein in Wien, ist heute eines der ältesten Spielwarenunternehmen Europas. Über 200 Jahre, durch Kriege, Staatspleiten, Inflationskrisen und wechselnde Regime hinweg, ist der Betrieb in Familienhand geblieben. 1843 stieg ein Vorfahre von Geschäftsführer Dieter Strehl aus Budapest als Geselle bei Anton Moser ein, später wurde das Unternehmen in PIATNIK umbenannt. Bis heute wird es von der Familie geführt.

Beständigkeit heißt bei PIATNIK aber nicht Stillstand. Vor rund 60 Jahren kam zum klassischen Kartenspiel das Brettspiel dazu – ein Markt, der seither geradezu explodiert ist. Erfolge wie Activity oder das Quizspiel Smart10 wurden zu eigenen TV-Formaten, über 80 Prozent der Produkte gehen in den Export. Und während digitale Ablenkung allgegenwärtig ist, wächst das Interesse am analogen Spiel trotzdem. Warum? Es bringt weiterhin alle an einen Tisch. 

Genau darin liegt die Verbindung von Tradition und Gegenwart. Ein Brettspiel bringt Menschen im selben Raum, mit echtem Gegenüber zusammen. Und das Rezept, das ein Unternehmen über zwei Jahrhunderte trägt, ist einfach. Dieter Strehl sagt dazu: „Wichtig ist, dass man verlässlich ist und dass man zu seinem Wort steht und dass man seine Rechnungen pünktlich bezahlt und dass man Produkte verkauft, die den Menschen Spaß und Freude machen.“ 

Der award-Fahrplan 2026

Projekteinreichung: 9. Mai bis 18. Juli 2026
Gleich hier einreichen!

 

Öffentlichkeitsvoting: 28. August bis 8. September 2026
Die Österreicher:innen können online für ihre Favoriten abstimmen. Die sechs meistnominierten Projekte werden von einer Jury bewertet.

 

Expert:innen-Jury: 16. September 2026
Eine unabhängige Jury evaluiert die Projekte der Finalist:innen und bestimmt eine:n Preisträger:in für jede Kategorie.

 

zeig profil award-Show: 8. Oktober 2026
Die Verleihung des awards findet mit allen Nominees, Business Angels, Inkubator:innen, Community-Partner:innen und geladenen Gästen in Wien statt.