Belvedere-Direktorin Stella Rollig sitzt an einem Restauranttisch
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Als Direktorin des Belvedere muss sich Stella Rollig keine Gedanken darüber machen, ob genügend Menschen in ihr Museum gehen – Gustav Klimt füllt das Haus von allein. Deswegen bleibt Zeit für andere, wichtigere Fragen.

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Ein Freitag im März, kurz nach Mittag. Das ziemlich nette Restaurant im noch netteren und doch ein bisschen gehypten Hotel Magdas in der Wiener Ungargasse. Als ich komme, ist es nicht nur überraschend leer, sondern vor allem auch angenehm ruhig. Nur eine Touristengruppe sitzt an einem der vielen Tische, ganz hinten im Eck, und als dann kurz darauf Stella Rollig das Lokal betritt, denke ich mir, dass das für sie ziemlich ungewohnt sein muss: ein touristischer Ort ohne Touristen? Das sieht sie tagsüber sonst eher selten.

Rollig ist nämlich die „Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin der Österreichischen Galerie Belvedere“. Das heißt, sie leitet nicht nur eine der größten Kunstsammlungen der Stadt, sondern sie ist auch zuständig für dieses eine Bild, das wohl jeder Wien-Tourist kennt und sehen mag – den „Kuss“ von Gustav Klimt. Er hängt in der Ausstellung im Oberen Belvedere, dementsprechend voll ist es dort, oder wie Rollig es nennt: „Es spritzt zwar kein Blut, aber es ist wirklich immer ziemlich viel los.“ Für alle, die mal an einem Feiertag oder langen Wochenende im Belvedere waren, ist das mit dem Blut eine durchaus überraschende Nachricht.

Markus  Huber

Markus Huber

ist im Hauptberuf Herausgeber des Magazins „Fleisch“ und schreibt für profil alle zwei Wochen die Kolumne „Powerlunch“.