Ingrid Brodnig
Ingrid Brodnig

© Alexandra Unger

#brodnig
11/03/2021

Entlarve die Lüge!

Aufklärung kann unterhaltsam sein: Ein Online-Spiel zeigt, mit welchen Methoden Falschmeldungen rund um das Coronavirus verbreitet werden.

von Ingrid Brodnig

Online-Spiele können wertvolles Wissen vermitteln. Zum Beispiel lassen sich spielerisch die Methoden aufzeigen, die häufig bei Falschmeldungen im Internet zum Einsatz kommen. Darauf deuten wissenschaftliche Untersuchungen hin: Zum Beispiel gibt es das Online-Spiel „Go Viral“, man findet es unter goviralgame.com und kann dort als Sprache Deutsch wählen. Bei diesem Game hat man den Auftrag, selbst Falschmeldungen über das Coronavirus zu erstellen – um möglichst viel Aufmerksamkeit und Likes zu sammeln.

Es handelt sich um ein interaktives Quiz, das die „Kunst der Fehlinformation“ verständlich macht. Denn häufig nutzen unseriöse Accounts wiederkehrende Tricks: Beispielsweise sind viele Falschmeldungen extrem aufwühlend, es wird von „alarmierenden“ Ergebnissen berichtet, die angeblich geheim gehalten werden. Hierbei handelt es sich um die Methode der Emotionalisierung. Ein anderer Trick ist, sich auf Fake-Expert:innen zu beziehen: Das sind Personen, die keine Expertise rund um SARS-CoV-2 oder die Corona-Impfung haben, die aber mit ihren spektakulären Meinungen trotzdem online gerne zitiert werden.

In nur fünf Minuten hat man das Online-Spiel durchgeklickt – und womöglich etwas gelernt. Dieses Spiel wurde nämlich von Wissenschafter:innen entworfen, darunter der Psychologe Sander van der Linden von der Universität Cambridge. Die Forschenden haben damit untersucht, ob man mittels eines Online-Spiels die Fähigkeit von Menschen verbessern kann, Fehlinformation als solche zu erkennen. Tatsächlich zeigt ihre Auswertung: Dieses fünfminütige Spiel hat die Chancen erhöht, dass die Studienteilnehmer:innen Falschmeldungen als solche identifizieren. Man spricht hier auch vom Ansatz der „Inoculation“, also einer Art Schutzimpfung vor Desinformation.

Die Idee ist, dass man Menschen solche wiederkehrenden Tricks zur Täuschung aufzeigt – damit sie solche Argumentationsmuster auch in zukünftigen erhitzten Debatten häufiger erkennen können. Wirklich gut gefällt mir an dieser Untersuchung: Aufklärung muss nicht immer spröde oder ernst in der Tonalität sein – auch spielerisch lassen sich Antikörper gegen Desinformation vermehren.

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