Man sieht den Tierfriedhof in Simmering. Im Hintergrund sind Tiergräber zu sehen und im Vordergrund ist eine Hundestatue zu sehen.
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Haustiere sind oft mehr als nur treue Begleiter – sie sind Familie, Struktur, emotionale Stütze. Stirbt ein Tier, geht der Verlust tief. Warum wird die Trauer um Haustiere trotzdem nicht ernst genommen?

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Der Anruf erreichte Geoffrey Ebner im Frühsommer 2025 auf einem Musikfestival in Linz: Zwischen dröhnender Musik und tanzenden Menschen erfuhr er von seiner Mutter, dass der Familienhund Sunday im Sterben lag. Ohne lange zu überlegen, fuhr der 26-Jährige nach Hause. „Ich hätte keinen Spaß am Festival haben können, wenn ich weiß, dass mein Hund gerade stirbt“, erklärt er.

Sunday begleitete Ebner sein halbes Leben lang: Der schwarze Labrador Retriever mit den großen Kugelaugen kam als Welpe in die Familie und wuchs gemeinsam mit dem damals 12-Jährigen in Oberösterreich auf, begleitete ihn durch seine Kindheit und Jugend. Jeden Tag waren sie unterwegs, gingen lange Gassi-Runden zusammen. Doch irgendwann wurden die Spaziergänge kürzer. „Es war sehr traurig, mitanzusehen, wie ein Hund ein Stück seiner Hundeartigkeit verliert“, erinnert sich der Ebner. „Hunde sind von Natur aus aktiv. Wenn diese Lebendigkeit verschwindet, erkennt man kaum noch den typischen Hund.“

Zurück vom Festival, konnte Ebner noch einen letzten Tag mit Sunday verbringen, bevor die Familie den Hund einschläfern ließ. Noch lange danach haderte der Student mit dieser Entscheidung. Mittlerweile kann er sich mit dem Gedanken trösten, dass er Sunday damit viel Leid erspart hat. Die Trauer bleibt trotzdem. „Am Anfang denkt man noch sehr oft daran, später kommt die Trauer immer wieder, in einzelnen Momenten zurück. Manchmal erwarte ich sogar heute noch, dass Sunday mir entgegenkommt, wenn ich die Haustür aufmache.“

Schwarzer Labrador-Retriever sitzt am grünen Gras.
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Mavie Michelitsch

Mavie Michelitsch

seit Februar 2026 Volontärin bei profil.