Unternehmer Karl Ochsner sitzt in einer Daunenjacke in einer Pizzeria, vor sich am Tisch ein Salat
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Karl Ochsner ist Unternehmer, Präsident der IV Niederösterreich und vor allem dafür bekannt, dass er irgendwann mal Heinz-Christian Straches Trauzeuge war. Doch darüber will er eigentlich nicht reden.

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Karl Ochsner hat Schmerzen. Der untere Rücken zwickt schon seit einiger Zeit, und das ist ein bisschen lästig. Aber was soll er groß machen? Gerade kommt er von der Physiotherapie, die hilft ein bisschen, aber eben auch nicht viel, und den kleinen Fortschritt möchte er jetzt nicht riskieren, schon gar nicht, indem er sich einen Zug einfängt oder irgendwie unbequem auf einer harten Holzbank herumsitzt. „Andrea, mio Amigo“, ruft er deswegen sehr laut, „hast etwas für meinen Rücken?“ Der Kellner nickt, verschwindet, und keine Minute später sitzt Ochsner auf einem dicken Polster und grinst zufrieden. Man muss sich einfach zu helfen wissen.

Die Pizzeria-Ristorante „La Ruffa“ in Leonding, ein Freitag kurz nach 12 Uhr. Das Lokal am Stadtrand von Linz ist ziemlich leer, nur ein Pensionistenpärchen sowie eine fröhliche Männerrunde sind heute im Lokal, sie sitzen aber im interessant dekorierten Gastgarten. Oberösterreicher sind offenbar harte Knochen, sowohl was Wind als auch Gartengestaltung betrifft. Ochsner mag das Lokal, drei Mal die Woche esse er hier, sagt er, schließlich wohnt er gleich um die Ecke, und außerdem findet er den Besitzer toll. „Extrem fleißige Leute, extrem fleißige Italiener“ seien das, sagt er, „die haben sieben Tage die Woche offen, das ganze Jahr hindurch.“ Ochsner betont das Wort „fleißig“, er wird es in den kommenden 90 Minuten noch öfter wiederholen. Der Mann ist nicht umsonst Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Er weiß, was von jemand in dieser Funktion erwartet wird.

Markus  Huber

Markus Huber

ist im Hauptberuf Herausgeber des Magazins „Fleisch“ und schreibt für profil alle zwei Wochen die Kolumne „Powerlunch“.