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Sichere Kirchenbank: Die Bühnenbildnerin Anna Viebrock möbliert das Mumok neu

Ungeahnte Neugestaltung: Die deutsche Theater- und Opern-Bühnenbildnerin Anna Viebrock, berühmt durch ihre Arbeit mit Regisseur Christoph Marthaler, bereichert die Mumok-Eröffnungsschau mit Enthusiasmus und Exzentrik.

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Neue Sichtachsen, ins Nichts führende Türen, hohe Plateaus und enge Korridore: Anna Viebrock mutet den Räumen, die sie eher verzaubert als bloß gestaltet, einiges zu. Am Theater tut sie dies seit den frühen 1980er-Jahren, damals begann sie, als Bühnen- und Kostümbildnerin die Inszenierungen von Hans Neuenfels und Jossi Wieler zu prägen. Seit 1991 arbeitet sie eng mit dem Schweizer Regisseur Christoph Marthaler zusammen, dessen menschenfreundliche, musikalisch feinnervige Produktionen von Melancholie und Zeitlupen-Slapstick leben. Viebrock versorgt sie mit Bildern von ausgesuchter Tristesse, mit nachgestellten Tankstellen, Absturz-Cafés und verblichenen Familienschlafzimmern – mit Spielräumen also, in die sich Verzweiflung und Hoffnung tief eingegraben haben.

Längst inszeniert Viebrock auch selbst, Theater wie Opern, acht Jahre lang (bis 2021) hat sie zudem an der Wiener Akademie der bildenden Künste gelehrt, dabei Wien schätzen gelernt. Und seit 2017, als sie gemeinsam mit Thomas Demand und Alexander Kluge in der venezianischen Fondazione Prada eine aufsehenerregende Ausstellung entwickelt hat, verwandelt sie nun auch konventionelle Museumsräume in vibrierende Schauplätze, die – anders als ihre Theaterbühnenwelten – begangen werden können.

Stefan Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.

Wolfgang Paterno

Wolfgang Paterno

ist seit 2005 profil-Redakteur.