Fatima Hellberg, neue Direktorin am Mumok, vor gelb-weißer Wand, in schwarz-weißer Kleidung
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Farben fürs graue Haus: So präsentiert sich das Wiener Mumok unter neuer Chefin

In wenigen Tagen wird die schwedische Kuratorin Fatima Hellberg als neue Direktorin das Wiener Museum moderner Kunst wiedereröffnen. Das Misstrauen, das ihr manche entgegenbringen, nimmt sie gelassen. Ein Ortsbesuch vor der Premiere.

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Der hochaufragende, anthrazitfarbene Bau präsentiert sich neu. Außen bleibt so gut wie alles beim Alten, im Inneren rumort es. Das Museum moderner Kunst (Mumok), eine der Landmarken im Wiener MuseumsQuartier, gleicht derzeit einer Großbaustelle. Hebebühnen, Hilti-Werkzeugkästen, Handhubwagen, Hämmern und Metallkreischen auf fünf Ebenen.

Der massive, von Basaltlava ummantelte Kubus mitten im MuseumsQuartier, das seit einem Vierteljahrhundert zu den großen Kulturarealen Europas zählt, rüstet sich für die Eröffnungsausstellung „Terminal Piece“ und eine groß angelegte Intervention namens „Figure of the Child“ der georgischen Künstlerin Tolia Astakhishvili, eine Soloshow als work in progress in musealem Ambiente: Mit diesen Programmen wird das Mumok am 20. Juni seinen regulären Ausstellungsbetrieb wieder aufnehmen.

„Neu“ ist jenes Wort, das einem an diesem gewitterschweren Dienstagnachmittag auf Schritt und Tritt begegnet. Neue Direktorin. Neue Ideen, Konzepte, Ein- und Ausblicke, Neuankäufe.

Seit Anfang Oktober leitet die schwedische Kuratorin und Kunsthistorikerin Fatima Hellberg, 40, das Mumok, eines der größten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst des Kontinents, einen Kulturkoloss: Mehr als 12.500 Werke und Werkserien der klassischen Moderne umfasst die Sammlung des Hauses, darunter viel Pop Art, Wiener Aktionismus, Zeitgenössisches.

Museumschefin Fatima Hellberg blickt lächelnd direkt in die Kamera
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Mit „Terminal Piece“ und „Figure of the Child“ stellt sich Hellberg – in beiden Fällen Co-Kuratorin – als Ausstellungsmacherin in Wien vor. Die Kollektion will sie ab sofort stärker betonen, zumindest ausschnittsweise aus den Depots in den Tiefenspeichern erlösen. Rund 400 hauseigene Objekte werden in „Terminal Piece“, theatralisch gestaltet von der Direktorin gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Chefkurator Lukas Flygare, auf Gegenwartskunst und Bühnenmittel treffen.

Installation als Neuerwerb

Hellbergs erster Ankauf gibt Kurs und Ausstellungstitel vor: „Terminal Piece“, 1972 von der amerikanischen Schriftstellerin und Künstlerin Kate Millett (1934–2017) realisiert, ist eine frühe immersive Installation mit Holzkäfiggitter, Klappstühlen und einsamer Schaufensterpuppe. Auf der Eingangsebene wird sich eine von der legendären deutschen Bühnenbildnerin Anna Viebrock (siehe auch S. 74/75) entworfene Raum- und Zimmerlandschaft öffnen, die meisten Sammlungsobjekte werden sich auf dieser Etage finden.

Stefan Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.

Wolfgang Paterno

Wolfgang Paterno

ist seit 2005 profil-Redakteur.