Checker Tobi und die Biologin Hanitra Markolf Rakotonirina im Unterholz
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Kinder im Kino bei Checker Tobi: Was sagt das Zielpublikum über den neuen Film?

TV-Moderator und Kinderfilmproduzent Tobias Krell, besser bekannt als Checker Tobi, feiert mit seinem dritten Kinofilm Kassenerfolge. Profil hat fünf Kinder gebeten, das Werk zu begutachten. Ein turbulenter Besuch – und ein zerstreutes Interview.

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Die Kids sind bereit, das Popcorn ist noch warm, das Kino in der Wiener Lugner-City an diesem Mittwochnachmittag kaum besucht. In Saal fünf dröhnen schon die Filmvorankündigungen, die Verhandlungen zur Frage, wer neben wem sitzen darf, sind überraschend schnell geklärt; gleich wird hier eine Erzählung über die Leinwand laufen, die den etwas komplizierten, aber auch verheißungsvollen Titel „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ trägt. Fünf Kinder haben sich bereit erklärt, mit uns den jüngsten Film des deutschen Kinder-TV-Stars Checker Tobi zu begutachten und das Erlebte anschließend gemeinsam zu erläutern. Letzteres gestaltet sich dann allerdings schwieriger als gedacht. Doch davon später.

Eine Kindergruppe in einem roten Kinokorridor
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Vorerst verfolgen N’sira, 7, und ihr Freund Seán, 8, gemeinsam mit Carlos, Franziska und Gabriel, sie alle sind ebenfalls acht Jahre alt, die Ereignisse im Film durchaus gebannt. Tobias Krell, der diesen Film zugleich moderiert und als eine Art Hauptdarsteller vorantreibt, absolviert darin eine Weltreise, die ihn an eine Reihe bildgewaltig-entlegener Orte in Madagaskar, Spitzbergen und Mexiko führt.

Der Versuch einer Beschreibung jener Kunstfigur, die sich in Film, Fernsehen und Podcasts Checker Tobi nennt, könnte – in aller Kürze – so aussehen: Ein von kindlicher Euphorie und viel positiver Energie getriebener Enddreißiger reist in ferne Länder, durch wilde Dschungel- und Höhlenlandschaften, deren Vielfalt er bestaunt und zu vermitteln sucht. Wer auch immer Tobi begegnet, wird freundlich angequatscht, mit solidarischem Faustgruß oder High-Five-Handflächenklatscher bedacht; die Wunder der Welt kommentiert Tobi mit recht inflationär genutzten Jugendjargon-Begriffen wie „krass“, „Hammer“ und „abgefahren“.

Didaktisches Entertainment

Tobias Krell alias Checker Tobi ist ein Phänomen. Seit 2013 „checkt“ er im deutschen Fernsehen (und seit 2019 auch im Kino) kindgerecht Fragen zu Themen, die nicht nur Steinzeit, Eis und Roboter umfassen, sondern auch Ernsteres wie Krisen, Krebs und Religion – weitgehend vorurteilsfrei und mit durchaus pädagogischem Ansatz. In den Tobi-Filmen veranschaulichen Fachleute niederschwellig ökologisches Wissen, erläutern die Funktionsweisen von Vulkanen, Regenwäldern, Höhlensystemen und Forschungsstationen. Es gehört zu Krells Kunstfertigkeit, das Didaktische seiner Filme hinter Entertainment und exotisierender Bilderflut perfekt zu verbergen.

Stefan Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.