In Krells Doku-Spielfilmen, deren dritter gerade in unseren Kinos läuft, muss Globetrotter Tobi jeweils ein zentrales Rätsel lösen. „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ (2019) führte nach Tasmanien, Grönland und in Indiens Metropole Mumbai, „Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen“ (2023) auf eine Schnitzeljagd durch Vietnam, die Mongolei und Brasilien. In „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ (Regie und Drehbuch: Antonia Simm) ist der Titel wieder Teil des Geheimnisses, das der Held aufzudecken hat, im Sinne der Spoiler-Vermeidung also nicht weiter zu erläutern, nur so viel: Mit „Erde“ ist weniger unser Planet gemeint als das Element unter unseren Füßen. (Die ersten beiden Filme der Serie behandelten die Elemente Wasser und Luft.) Die Ausgangsfrage, die der achtjährige Tobi – so der Film-Plot – seinem 30 Jahre älteren Ich stellt, lautet: „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“ 90 Minuten lang jagt Krell der Antwort hinterher, die weniger nahe liegt, als man möglicherweise meinen könnte.
Tobi sells!
Die Kinofigur Checker Tobi ist ein Millionengeschäft. Die Kurve weist ökonomisch steil nach oben: „Das Geheimnis unseres Planeten“ erreichte an deutschen Kinokassen 550.000 Menschen, lukrierte fast drei Millionen Euro. Die „Reise zu den fliegenden Flüssen“ schlug schon mit knapp 1,3 Millionen Tickets zu Buche (in Österreich und der Schweiz kamen noch rund 200.000 Eintritte dazu), spielte mehr als zehn Millionen Euro ein. Teil drei dürfte die beiden Vorgängerfilme nun noch übertreffen: Schon in der Startwoche erreichte das neue Tobi-Werk im deutschsprachigen Raum rund 325.000 Besucherinnen und Besucher, schaffte es damit, die Einspielergebnisse des zweiten Films mehr als zu verdoppeln. Nur James Camerons jüngste „Avatar“-Variation hatte mehr Zuspruch. Die 1,5 Millionen verkauften Karten der zweiten Tobi-Produktion wird die dritte, wenn nicht alles täuscht, mit Leichtigkeit hinter sich lassen.
Der Hunger treibt die Kinder unmittelbar nach Ende des Films in ein Fast-Food-Restaurant zwei Lugner-City-Etagen höher. Das Gespräch, das Sie im Folgenden lesen können, findet zwischen erkaltenden Pommes, schokoladeübergossenen Waffeln und Happy-Meal-Plastikspielzeug statt – und also, vorsichtig formuliert, nicht mit vollster kindlicher Konzentration. Schon die Einstiegsfrage, wie der Film insgesamt gefallen habe, wird reihum milde, aber wortkarg quittiert („gut“, „gut“, „okay“, „sehr gut“, „gut“).
Was ist euch denn besonders aufgefallen?
Gabriel
Dass es da um die Ehre von Checker Tobi geht.
Carlos
Er hat seine alte Kamera gefunden. Und dort hat er sich einen Film angeschaut, in dem er noch ganz klein war. Und Tobi hat sich für Erde interessiert. Das war cool. Er hat sich gefragt: Was hinterlässt am mächtigsten Spuren?
Eine spannende Story?
Gabriel
Na ja, nur so mittel. Bei mir ist es so in der mittleren Etage.
Franziska
Bei mir auch.
Seán
Also ich find’s cool, dass die Maya vorkommen.
Warum?
Seán
Weil die Maya interessant sind. Die sind uralt, und es gibt viele Geschichten über sie.
Gab es Schwachpunkte?
Seán
Ja, die Musik passte nicht so.
Gabriel
Ich find’s ziemlich komisch am Ende, wo es plötzlich wie in einem Videospiel ausgesehen hat. Und ich fand, es gab viel zu wenig Action. Es war irgendwie immer alles gleich.
Habt ihr nicht gerade alle gesagt, es sei ein guter Film?
Gabriel
Kein Film ist an jeder Stelle super.
Man lernt in dem Film auch etwas, oder?
Alle
Nein! Lernen?
Man lernt doch da, wie Holzkohle entsteht und abgebaut wird – und zum Beispiel auch, dass die 800 Jahre alten Baobab-Bäume in Madagaskar nicht brennen können.
Seán
Ja, gut.
N’sira
Ich fand diesen grinsenden Wurm seltsam.
Seán
Ja, der war gruselig. Sein Grinsen besonders.
Was ist euch am meisten in Erinnerung geblieben?
Carlos
Dass Tobi diese Maya-Pyramide hochgegangen ist. Und die Schlittenhunde.
Wohin haben diese Tobi in der Arktis gezogen?
Carlos
Die wollten ihn zu dem Tresor begleiten, wo er diese Bäume anpflanzen sollte. Also sie bringen Bäume, die es nur da gibt, dahin. Die Samen der Bäume.
Wie fandet ihr die Bilder des Films?
N’sira
Mittel.
Seán
Ja, es war cool. Aber in 3D wäre der Film viel cooler gewesen. Oder in 4D. Dann hätte man ihn auch riechen können.
Ist es nicht merkwürdig, dass in dem Film überall Deutsch gesprochen wird, auch an Orten, wo man eigentlich gar nicht Deutsch spricht?
Gabriel
Ich glaube, Tobi macht das absichtlich, damit die Kinder das auch ein bisschen verstehen.
Hat euch der Film auf eine Idee gebracht? Wollt ihr nun auch selbst etwas tun?
Gabriel
Baumsamen suchen. Und sie auf einer freien Stelle in die Erde pflanzen.
Würdet ihr euch wie Tobi in die Enge eines Kohlebergwerks trauen, wo man nicht einmal aufrecht gehen kann?
Seán
Ja, auf jeden Fall.
Gabriel
Ich würde nie in eine solche Höhle fahren.
N’sira
Ich würde mich trauen, wir sind ja klein.
Werdet ihr den Film anderen empfehlen?
Seán
Einigen würde ich ihn empfehlen, anderen aber nicht, weil die einfach Action mögen. Die mögen nicht so lahme Sachen.
Lahm?
Seán
Da war fast keine Action.
Gabriel
Ich würde ihn manchen Leuten empfehlen.
Welchen denn?
Gabriel
Nerdies.
Ist der neue Checker-Tobi-Film denn besser als der letzte?
Gabriel
Er war ein bisschen schlechter als der zweite. Der zweite Film war gut.
Warum?
Seán
Weil er mit der Luft zu tun hat.
Gabriel
Die Luft brauchen wir.
Wie findet ihr, dass Tobi mit einem achtjährigen Ich redet?
Seán
Cool.
Gabriel
Komisch.
Carlos
Ja, das war halt ein zu ihm gebeamtes Kind.
Gabriel
Ich fand die Szene merkwürdig, in der Tobi einfach so in der Luft herumgefuchtelt hat und mit irgendwem geredet hat, den nur er sehen kann.
Franziska
Ich fand diese Szene irgendwie lustig.
Könntet ihr euch vorstellen, dass ihr mit eurem 40-jährigen Ich sprecht?
Gabriel
Ja. Ich würde mir vorstellen, dass das ein alter Knacker wäre.
Wie wäre euer künftiges 40-jähriges Ich denn?
Seán
Ich wäre so nerdy, würde Videospiele machen. Aber mich auch für die Natur einsetzen.
Das war eine wichtige Botschaft in diesem Film: dass man die Natur beschützen muss.
Gabriel
Ja, aber die allererste Frage, die ich meinem zukünftigen Ich stellen würde, ist: Wie sieht es in der Zukunft aus? Wie geht es der Erde da?
Gibt es eine Sache in dem Film, über die ihr noch nachdenken müsst?
Gabriel
Ja. Können die Menschen nicht einfach aufhören, CO2 in die Luft zu stoßen?