Abend der Überraschungen: Penélope Cruz (li.) und Olivia Wilde in "The Invite“
Quartett frivol: In Olivia Wildes neuem Lustspiel geraten zwei Paare aneinander
Vier Personen, bürgerliches Ambiente, eine Dinnereinladung, eine Konversation: Die Prämisse des Films „The Invite“ klingt, als wär’s ein Stück der Französin Yasmina Reza oder irgendein anderes jener weltweit wuchernden well-made plays, die ihr Publikum nicht überfordern, lieber gepflegt kitzeln wollen. Glücklicherweise stellt sich der Gott des Gemetzels in „The Invite“ nicht ein, denn die beiden Paare, die auf der privaten Bühne eines Kleinfamilien-Apartments zusammenkommen, wollen einander nicht zerfleischen, sondern an die Wäsche: Die netten Nachbarn (Penélope Cruz und Edward Norton), die man bislang nur aus dem Lift kennt, die aber ihr spätnächtliches Sexualleben nervtötend laut praktizieren, schlagen einen Partnertausch vor – den das Gastgeber-Duo dann doch ein bisschen aufregend findet.
Regisseurin und Co-Hauptdarstellerin Olivia Wilde verlässt sich für ihr Remake des spanischen Lustspiels „Sentimental“ (2020), das 2023 bereits in der Schweiz („Die Nachbarn von oben“) filmisch aufbereitet wurde, vor allem auf das komische Talent des famosen US-Comedian Seth Rogen, der an ihrer Seite einen generalfrustrierten Zeitgenossen spielt, der so gar keine Lust auf nachbarschaftlichen Besuch hat; seine passive Aggression trägt den Film gut über die erste Hälfte. In der zweiten muss es dann leider, wie so oft in amerikanischen Mainstreamkomödien, die sich selbst (und subversiver Heiterkeit an sich) nicht vertrauen, tiefsinnig und ein wenig salbungsvoll werden.