Die britische Schauspielerin Imogen Poots in Kristen Stewarts "The Chronology of Water“
Filmstars führen Regie: Wie Kristen Stewart und Bradley Cooper die Welt sehen
Ihre Cinephilie ist nicht fingiert. In Los Angeles hat sie unlängst sogar ein altes, stillgelegtes Kino gekauft, das sie neu zu eröffnen plant: Die US-Schauspielerin Kristen Stewart, 35, hat sich als Star der „Twilight“-Serie (2008–12) einen Namen gemacht und Prinzessin Diana verkörpert („Spencer“, 2021). Ihre Ambitionen gehen über das Spielen hinaus.
Regisseurin Kristen Stewart (links) mit ihrer Hauptdarstellerin Imogen Poots am Set von "The Chronology of Water"
In Cannes brachte sie 2025, nach ein paar Musikvideos und einem Kurzfilm, ihren ersten Spielfilm zur Uraufführung, der nun auch bei uns im Kino läuft. „The Chronology of Water“, geschrieben, inszeniert und koproduziert von Kristen Stewart, ist ein kompliziertes Gebilde, ein aus tausend flüchtigen Impressionen kunstfertig zusammenassoziiertes Drama, das den Memoiren der Autorin und Schwimmerin Lidia Yuknavitch folgt: eine Geschichte des Missbrauchs, der Sucht und der Beziehungsnot.
Auch Stewarts Kollege Bradley Cooper, 51, Star der „Hangover“-Trilogie (2009–13) und mehrerer Kooperationen mit dem Filmemacher David O. Russell („Silver Linings“, 2012; „American Hustle“, 2013), hat für seine dritte Regiearbeit (nach „A Star Is Born“, 2018, und dem Bernstein-Biopic „Maestro“, 2023) eine reale Vorlage gewählt: „Is This Thing On?“, lose basierend auf der Lebensgeschichte des englischen Komikers John Bishop, ist ein viel direkterer Film, der den Kollateraleffekten einer Trennung folgt. Ein wohlsituiertes New Yorker Paar mittleren Alters – Alex und Tess, gespielt von Will Arnett und Laura Dern – beschließt, sich in aller Freundschaft scheiden zu lassen.
Szenen einer gescheiterten Ehe: Will Arnett und Laura Dern in "Is This Thing On?"
Um Neues zu probieren, beginnt Alex heimlich damit, in einem Comedy-Club aufzutreten; in seinen Stand-up-Performances berichtet er selbstironisch aus dem Single-Dasein. Eines Abends erscheint seine Ex-Frau zufällig im Club.
Eine fast schon obsessive Auseinandersetzung mit den feinsten Regungen der Schauspielkräfte ist in beiden Filmen spürbar: die Kamera fast durchwegs hautnah, die offenen Grenzen zwischen Seelenqual und Selbsttherapie auslotend. Die junge Britin Imogen Poots ist das Schmerzzentrum in Stewarts Arbeit – blutend, taumelnd, rebellierend; die Prozesse der Desintegration und Selbstfindung stellt Will Arnett in „Is This Thing On?“ sehr viel ruhiger dar. In beiden Fällen geht es um die Parameter der darstellerischen Arbeit: um Nähe, Emotion und Improvisation.