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Slash-Filmfestival: Paranoia, Libido und Innereien

Wiens Slash-Filmfestival öffnet demnächst wieder seine blutigen Pforten.

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Den frivoleren Aromen des Kinos spürt das Wiener Slash-Filmfestival lustvoll seit nunmehr zwölf Jahren nach. Es geht auch heuer wieder um Paranoia, Libido und Innereien, kurz: um den Fantastischen Film in all seiner angeschlagenen Pracht. Und tatsächlich serviert man erneut allerlei wunderbare Abwegigkeiten: ein Double-Feature zum unseriösen Werk des Italieners Joe D'Amato etwa, Carlota Peredas Body-Negativity-Slasher "Piggy"-und sogar eine Retrospektive zum queeren Horrorkino ist dabei, gespickt mit heiteren Schockern wie Jesús Francos "Vampyros Lesbos" (1971) oder dem guten alten Mitsing-Klassiker "The Rocky Horror Picture Show" (1975).Die Darstellerin der toughen Magenta, die Nordirin Patricia Quinn, wird übrigens live im Saal erwartet. Let's do the time warp again!

An weiteren namhaften Programmbeiträgen stechen die beiden ersten Episoden der dritten und finalen Staffel von Lars von Triers "The Kingdom" ebenso heraus wie die österreichische Erstaufführung jenes erstaunlich bizarren Films, der (nicht ganz zu Recht) vor wenigen Monaten die Goldene Palme der Festspiele in Cannes gewonnen hat: Ruben Östlunds Kreuzfahrt-und Klassismus-Satire "Triangle of Sadness".In drei der schönsten Kinos der Stadt findet das Festival zwischen 22. September und 2. Oktober statt: Die Eröffnung steigt im Gartenbaukino, danach residiert man im Metro-Kino und im Filmcasino. Es wird wieder wild.

Stefan   Grissemann

Stefan Grissemann

leitet seit 2002 das Kulturressort des profil. Freut sich über befremdliche Kunst, anstrengende Musik und waghalsige Filme.