Meine Lieblingsspieler
1. Bruno Pezzey. 1978 machte Hans Krankl den Piefkes zwei Dinger in den Kasten. Der mit 39 Jahren viel zu früh verstorbene Vorarlberger Pezzey aber spielte damals in der Weltauswahl und wurde viermal in Folge als Europas Fußballer des Jahres nominiert. Für ihn als Verteidiger galt in schönster Form, was Friedrich Torberg über Wunderteam-Stürmer Sindelar schrieb: „Er spielte stets, er kämpfte nie!“
2. Sócrates Brasileiro Sampaio de Souza Vieira de Oliveira vulgo „Dr. Sócrates“. Der Kinderarzt verpasste die 78er-WM, weil er studierte und sich gegen die Militärdiktatur engagierte. 1982 blieb er im Mittelfeld der „fantastischen Vier“ mit Zico, Falcão und Toninho Cerezo titellos. Sócrates und Co zauberten beim 2:3 gegen Italien unglaublich. Leider war Paolo Rossi der einzige torgefährliche Stürmer auf dem Platz. Doch Sócrates erhielt Brasiliens größte Hoffnung am Leben: „Es wird ihn geben, den neuen Pelé!“
Für Bruno Pezzey als Verteidiger galt in schönster Form, was Friedrich Torberg über Wunderteam-Stürmer Sindelar schrieb: „Er spielte stets, er kämpfte nie!“
3.Karlheinz Helmut Förster. Wer? Ein Vorstopper ist der Kerl, der gegen die Mittelstürmer spielte. Försters Gegenspieler schossen keine Tore. Nie oder fast nie. Ob das am Spitznamen „Treter Förster“ lag? Nein. Er war hart, aber fair. Im Vergleich zu ihm war Jahrzehnte später Sergio Ramos nur ein brutaler Laiendarsteller.
4. Frank Rijkaard, Ruud Gullit, Marco van Basten. Sie waren 1990 außer Form und scheiterten kläglich. Der Sympathiewert des Trios war sowieso nahe dem Nullpunkt. Rijkaard spuckte Rudi Völler an, alle drei spielten beim AC Milan. Also für Silvio Berlusconi. Doch an ihren besten Tagen und als Dreier-Kombination waren sie exakt das, was Johan Cruyff „Fußball total“ nannte.
5. Xристо Стоичков heißt übersetzt Christo Stoičkov. Oder Stoitschkow oder so. Der Bulgare war der Inbegriff von Genie und Wahnsinn. An schlechten Tagen trat er auf alles, was sich bewegte. Auch auf den Schiedsrichter. An guten Tagen machte er die Gegner lächerlich – bei der WM 1994 etwa Argentinien und Deutschland, gegen die er jeweils ein Tor selber erzielte und eines vorbereitete. Der deutsche Torwart Bodo Illgner schaut noch heute den Bällen seines Freistoßes und seiner Flanke nach.
6. Zinédine Yazid Zidane. Noch Fragen? Anders als Brasilien 16 Jahre davor, wurde Frankreich 1998 mit untauglichen Stürmern Weltmeister. Man hatte Zidane. 2002 scheiterte ein vom Kader her viel besseres Frankreich in der Gruppenphase. Weil Zidane verletzt war. 2006 verhinderte Zidanes finaler Rote-Karte-Kopfstoß gegen den seine Schwester beleidigenden Italiener Marco Materazzi einen weiteren Titel. „Zizou“ war das größte Mittelfeld-Genie aller Zeiten.
7. Luís Filipe Madeira Caeiro Figo. 2006 war auch das letzte Turnier eines großen alten Mannes. Portugal wurde Vierter, ohne dass Jungstar Ronaldo auffiel. Doch im Mittelfeld schaltete und waltete der 34-jährige Figo. Leider blieb – nach acht Meistertiteln in Spanien und Italien sowie einem Sieg in der Champions League – die WM seine Unvollendete. Weil Frankreich im Halbfinale einen fragwürdigen Elfmeter treten durfte.
8. Sergio Busquets Burgos. 2010 wurde mein Spanien Weltmeister. Im defensiven Mittelfeld spielte „der Architekt“. Sein Trainer Vicente del Bosque sagte: „Du betrachtest das Spiel, und du siehst Busquets nicht. Doch wenn du ihn betrachtest, siehst du das ganze Spiel.“ Er war Organisator und Herzstück der Mannschaft. Mit bis zu 150 Ballkontakten und einer Passgenauigkeit von über 90 Prozent.
9. Romelu Menama Lukaku Bolingoli. 2014 war Spaniens goldene Generation zu alt. 2018 aber hatte Belgien eine solche. Niemals – auch nicht beim 1:7 gegen Deutschland – wurde Brasilien so brutal überrollt wie von der belgischen Offensivpower in den ersten 30 Minuten des Viertelfinales. Mit Lukaku als Inbegriff eines athletischen Mittelstürmers. Der Rekordtorschütze mit 100 Kilo und Schuhgröße 49 spielt mit 33 Jahren immer noch.
10. Pedro González López. Pedri ist 23 Jahre jung, und wenn er schlecht spielt, leidet ganz Spanien. Gegen Kap Verde war er schlecht. Doch 2022 konnte er nichts für das Ausscheiden im Elfmeterschießen. Pedri ist als Denker und Lenker derjenige, auf den es ankommt. Nicht Lamine Yamal.