Menschenmenge bei einer Demonstration mit schwarzen und gelben Fahnen vor einem Denkmal.
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Rechtsextremismus, Körperverletzung: Mitarbeiter von FPÖ-Abgeordneten unter Verdacht

Ein FPÖ-Abgeordneter beschäftigte einen rechtsextremen Mitarbeiter, gegen den wegen Körperverletzung und Verhetzung ermittelt wird. Warum der blaue Nationalratspräsident Walter Rosenkranz kein Problem damit hat.

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Walter Rosenkranz ist Alter Herr der Wiener Akademischen Burschenschaft Libertas. Er hat acht Mensuren gefochten. Auf seiner linken Wange ist – schaut man genau hin – ein kleiner Erinnerungskratzer zu sehen.

G. S. ist Mitglied der Wiener Akademischen Burschenschaft Olympia. Eine Mensur dürfte blutig verlaufen sein. Fotos – aufgenommen bei einem Aufmarsch der rechtsextremen Identitären im Juli 2025 – zeigen eine tiefen Narbe am ausrasierten linken Schläfenbein.

Walter Rosenkranz ist Nationalratspräsident und damit Herr im Hohen Haus sowie Chef von insgesamt 490 Mitarbeitern.

G. S. ist parlamentarischer Mitarbeiter und gewissermaßen am anderen Ende der Hierarchie im Hohen Haus.

Die sogenannten Pamis sind direkt bei ihren Abgeordneten beschäftigt, für die sie Sekretariatsjobs und Parlamentsaufgaben – Anfragen formulieren, Briefe beantworten, Unterlagen aufarbeiten – erledigen. S. stand ab 1. Juni 2025 im Sold des Wiener FPÖ-Mandatars Michael Oberlechner.

Dieser sah sich vergangenen Montag per Presseaussendung zu einer ungewöhnlichen Klarstellung veranlasst: „Der betroffene ehemalige parlamentarische Mitarbeiter hat sich direkt bei mir beworben und war nur im Ausmaß von wenigen Wochenstunden angestellt. Ansonsten war in die Anstellung niemand eingebunden.“ 

Heißt übersetzt: Bei S. muss es sich um eine mittlerweile toxische Person handeln, mit der die FPÖ nichts zu tun haben will. Und Oberlechner seit wenigen Wochen auch nicht mehr: „Sobald mir aus Medienkreisen Schilderungen über die mutmaßlichen Vorgänge in Leoben bekannt geworden sind, habe ich unmittelbar den aus meiner Sicht unumgänglichen und notwendigen Schritt gesetzt und das Arbeitsverhältnis ‚per sofort‘ noch am selben Tag mit dem von den medialen Vorwürfen betroffenen Mitarbeiter aufgelöst.“

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.