David Alaba lächelt, während ein Mann in einem roten Trikot und blauem Sakko, Sportminister Babler, ein Selfie mit ihm in einem Flur macht.
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Wie die Politik David Alaba & Co finanziert – und davon profitiert

Die Wechselbeziehung zwischen Politik und Fußball ist seit jeher ein Geschäft auf Gegenseitigkeit.

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Der Fußball kann selbst weniger bekannten Kommunalpolitikern schlagartig Prominenz verschaffen – wie Wolfgang Gerstl, dem früheren Bezirksparteiobmann der ÖVP in Wien-Penzing. Hier, im 14. Bezirk, an der U-Bahn-Endstation Hütteldorf, liegt seit 1977 das Heimstadion des SK Rapid. Im Juni 2010 schlug Gerstl vor, die in die Jahre gekommene Arena abzureißen und ein paar Kilometer weiter am Stadtrand neu zu errichten – und löste damit aus, was man heute einen „Shitstorm“ nennen würde. Als die Empörung ein parteischädigendes Ausmaß erreichte, wandte sich sogar die damalige Wiener ÖVP-Obfrau, Christine Marek, gegen Gerstl: „Als seine Chefin beende ich diese Diskussion jetzt. In der Wiener Fußball-Landschaft gibt es heilige Orte, nicht umsonst heißt das Rapid-Stadion auch ,St. Hanappi‘. Und heilige Orte versetzt man nicht.“

Rapid ist in Wien bekanntlich eine Religion – deren strikte Trennung von der Politik diesfalls allerdings aufgehoben ist. Mehr noch: Die Wechselbeziehung von Politik und Fußball ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Der Fußball, zumal in seiner professionellen Variante, monetarisiert seine intensiven Kontakte zur Politik, diese profitiert, wenn auch nicht in einem Ausmaß wie früher, von der Strahlkraft des Nationalteams, der Bundesligaklubs, der populären Kicker und kann dem Wahlvolk Spiele zum Brot bieten.

Politiker-Funktionäre

Fußballfunktionäre benötigen dieselben Skills – Netzwerken, Geldaufstellen, Schönreden – wie Politiker, und daher eignet sich ein früherer stellvertretender Regierungschef vortrefflich zum Präsidenten des Österreichischen Fußballbundes. Josef Pröll war Vizekanzler, ÖVP-Parteiobmann, Landwirtschafts- und Finanzminister. Seit einem Jahr ist er Präsident (offiziell: Aufsichtsratsvorsitzender) des ÖFB und soll den zerstrittenen Verband, der in fünf Jahren fünf Präsidenten benötigte, endlich befrieden. Jemandem, der eine Organisation wie die Volkspartei führte, ist das durchaus zuzutrauen.

Gernot Bauer

Gernot Bauer

ist seit 1998 Innenpolitik-Redakteur im profil und seit 2025 Leiter des Innenpolitik-Ressorts. Co-Autor der ersten unautorisierten Biografie von FPÖ-Obmann Herbert Kickl.