Karl Heinz Grasser am Dienstag, 25. März 2025, vor Verhandlungsbeginn über Nichtigkeitsbeschwerde und Berufungen in der Causa Buwog/Grasser am OGH in Wien. - FOTO: APA/HANS KLAUS TECHT
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Grassers brisante Bitte an Ex-Justizministerin Bandion-Ortner

Karl-Heinz Grasser bat Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) 2011 per Mail um eine Einstellung seines Verfahrens.

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„Ich kann es nicht, ich mach es nicht, ich will es nicht.“ Martin Kreutner begann seine Befragung im Pilnacek-U-Ausschuss am Donnerstag mit einem Zitat des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek. Dieser hatte derart beschrieben, wie er auf Interventionsversuche der ÖVP reagiert habe: Es habe viel Druck, etwa vonseiten des einstigen Nationalratspräsidenten und Innenministers Wolfgang Sobotka (ÖVP), gegeben, er habe dem aber standgehalten, behauptete Pilnacek in einem Gespräch, das heimlich aufgezeichnet und kurz nach seinem Tod am 20. Oktober 2023 veröffentlicht wurde. Zweieinhalb Jahre später beschäftigt sich ein parlamentarischer U-Ausschuss auf Antrag der FPÖ mit den Ermittlungen nach Pilnaceks Ableben.

Martin Kreutner hat sich intensiv mit dem besagten Pilnacek-Tape beschäftigt. Das Justizministerium hatte den Antikorruptionsexperten 2024 nach der Veröffentlichung des Tapes mit einer Untersuchung der heimischen Justiz beauftragt. Kreutner stellte ein hochkarätiges Team zusammen – und der Bericht der „Kreutner-Kommission“ vor bald zwei Jahren sorgte für Aufsehen: Im Grunde sei das Justizsystem hochprofessionell und kompetent, sagte Kreutner damals, doch Einzelfälle und die rechtliche Sonderbehandlung clamoroser Fälle würden eine „Zwei-Klassen-Justiz“ offenlegen.

Mit rund 60 Personen hatte die Kommission gesprochen, allein diese Gesprächsprotokolle umfassten laut der Kommission rund 1000 Seiten Fließtext. Wobei es laut Kreutner keine echten Protokolle waren, sondern Mitschriften, die die Kommissionsmitglieder während der Gespräche für sich selbst angefertigt hatten. Rund 3,8 Millionen Dateien seien der Kommission zugespielt worden, teils auch aus der Bevölkerung, das entspreche insgesamt 333 Gigabyte. Das Problem: Dem U-Ausschuss liegen diese Daten nicht vor. Weder die Gesprächsprotokolle noch Ermittlungsakten oder andere Unterlagen, auf die sich der Bericht beruft, hat das Justizministerium dem Ausschuss übermittelt.

Max Miller

Max Miller

ist seit Mai 2023 Innenpolitik-Redakteur bei profil. Schaut aufs große Ganze, kritzelt gerne und mag Grafiken. War zuvor bei der „Kleinen Zeitung“.