Georges Simenon
Georges Simenon

© APA/AFP

Österreich
01/07/2019

Im neuen profil: SPÖ, Schwarz-Blau, Georges Simenon

Diese Woche im profil - unsere Empfehlungen.

Einige Wochen vor Weihnachten setzte Angelika Hager via Facebook einen Aufruf ab: Sie suchte Menschen, die den Kontakt zu ihren Eltern oder Geschwistern abgebrochen hatten und bereit waren, darüber zu sprechen.

Das Feedback fiel wuchtig aus. In der aktuellen Titelgeschichte zitiert Hager aus einer Vielzahl von sehr persönlichen Erfahrungsberichten. In praktisch allen Fällen lagen der totalen Funkstille tiefe Kränkungen in der Kindheit zugrunde, die – zuerst unbewusst, mit der Zeit aber immer dringlicher – einen schmerzhaften Prozess der Entfremdung und Ablösung in Gang setzten.

Manchmal blieb das Schweigen endgültig, manchmal kam es nach Jahren eines kalten, wortlosen Krieges zu herzergreifenden Versöhnungen.

Außerdem im neuen profil:

Eva Linsinger: Angst essen Partei auf

Der Systemerhalter

Seit Monaten schießt sich die FPÖ auf Caritas, Diakonie oder Volkshilfe ein. Nun bekommen die NGOs Unterstützung von unerwarteter Seite – dem Justizminister.

Keine besten Freunde: Justizminister Josef Moser, der verlorene Sohn der FPÖ, hat bei der Verstaatlichung des Asylwesens ein Wörtchen mitzureden und fühlt sich von Innenminister Kickl übergangen.

„Das ist unmenschlich.“ – „Nein, das ist vernünftig.“

Seit etwas mehr als einem Jahr wird Österreich von einer schwarz-blauen Koalition regiert. Hat sich das Land dadurch verändert? Und wenn ja: Ist das gut oder schlecht? profil bat zwei Kritiker und einen Verteidiger der Regierung zur Diskussion. Schon nach ein paar Sätzen wurde heftig gestritten. Rosemarie Schwaiger versuchte zu moderieren.

Ausgeliefert

Seit Jahren wird beklagt, dass die großen Supermarktketten kleine Landwirte und Lebensmittelproduzenten ausbeuten. Jetzt will die Politik in Wien und Brüssel mit neuen Gesetzen gegen unlautere Geschäftspraktiken vorgehen.

Leichen im Keller

Georges Simenon ist einer der meistübersetzten, meistverfilmten und meistgelesenen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Wolfgang Paterno über das vor 30 Jahren verstorbene belgische Genie, von dem nun endlich die erste deutschsprachige Gesamtausgabe erscheint.

profil 2/2019