Bundesministerin Bauer in Berlin
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Was in Österreich Regierungslinie ist, gilt in Deutschland noch als Tabubruch. ÖVP-Ministerin Claudia Bauer präsentiert in Berlin den rotweißroten Härtekatalog in Sachen Integration. Das Interesse ist groß – ebenso das Erstaunen.

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„Oida?! Geht’s no?!“ Anfang Juli empört sich Integrationsministerin Claudia Bauer auf Instagram über die deutsche Islamistin Hanna Hansen. Die Konvertitin mit Hunderttausenden Followern bewirbt Verhüllung von Frauen auf ihren Accounts als Schutz – gleich dem „Handy in der Schutzhülle“, „Apfel mit Schale“, „Bonbon in der Verpackung“.

Eine Woche später ist Bauer in Berlin und warnt wieder vor der radikalen Influencerin; dieses Mal im Gespräch mit deutschen Journalisten – ohne „Oida“. „Egal ob mit Minirock oder Bikini, Frauen und Mädchen müssen sicher und geschützt sein in unserer Gesellschaft“, sagt sie im Interview mit dem Online-Portal „Nius“.

Es ist ein verregneter Montag in der deutschen Hauptstadt. Bauer besucht Familienministerin Karin Prien (CDU) und danach die liberale Imamin Seyran Ateş. Dazwischen besucht sie deutsche Medien, die sich mehr Härte in der Integrationspolitik wünschen – nach österreichischem Vorbild. Was die Journalisten am meisten interessiert, ist das Kopftuchverbot in Rotweißrot.

Es verbietet muslimischen Mädchen bis 14 Jahren, verhüllt im Unterricht zu erscheinen.

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

Seit 2015 in der profil-Innenpolitik, davor bei Wiener Zeitung, Migrantenmagazin biber und KURIER. Seine Recherchen beschäftigen sich vor allem mit Zuwanderung, Bildung und Gesundheit.