Nationalratswahl 2017: Alle Umfragen im Durchschnitt

Nationalratswahl 2017: Alle Umfragen im Durchschnitt

Der monatliche Durchschnitt verschiedener Umfrageergebnisse zur Nationalratswahl am 15. Oktober.

Etwas mehr als 6,4 Millionen Österreicher sind heuer wahlberechtigt . Mehr als ein Fünftel von ihnen dürfte aber auch heuer wieder darauf verzichten, über die Zusammensetzung des Nationalrates und damit indirekt die nächste Regierung mitzuentscheiden. Seit 2006 liegt die Wahlbeteiligung unter der 80-Prozent-Marke, 2013 war sie mit 74,91 Prozent niedrig wie nie zuvor.

Laut der aktuellen profil-Umfrage bleibt die ÖVP stabil und mit deutlichem Abstand auf Platz 1, die SPÖ verliert leicht an Boden, die FPÖ schließt auf: Das ist das Ergebnis der von Unique research im Auftrag von profil durchgeführten großen Monatsumfrage.

Hier finden Sie den monatlichen Durchschnitt verschiedener Umfrageergebnisse:

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Aktuelle Umfragen im Überblick:

3.10.2017: ÖVP und FPÖ bei Österreichs Jugend gleichauf

ÖVP und FPÖ liegen bei Österreichs Jugend gleichauf. Laut einer Umfrage des Jugend Trend Monitors, der am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, kämen die Schwarzen bei den 14- bis 29-Jährigen auf 24,0, die Blauen auf 23,9 Prozent. Deutlich dahinter folgt die SPÖ 13,1 Prozent. Die Grünen würden 9,7 und die Neos 6,1 Prozent der Jugendlichen wählen.

Für die von Marketagent.com und DocLX vorgestellte Studie wurden im Sommer mehr als 3000 junge Österreicher und Österreicherinnen zu den unterschiedlichsten Themen befragt. Was die Integration von Ausländern betrifft, funktioniert diese nur für etwa 14 Prozent gut oder sehr gut, knapp die Hälfte vergeben ein "mittelmäßig", während der Rest mit eher schlecht oder sehr schlecht bewertet. Welcher Partei traut man diesbezüglich die besten Konzepte zu? Die Liste Kurz liegt hier mit 20,4 Prozent klar vor der FPÖ mit 16,6 und der SPÖ mit 14,1 Prozent. Spitzenreiter war aber die Antwortmöglichkeit "keine politische Partei" mit 28,2 Prozent der Nennungen.

Abgefragt, welche Werte Migranten mitbringen müssen, um sich erfolgreich zu integrieren, liegt der Respekt mit zwei Drittel der Nennungen weit vorne. Sinn für Gleichberechtigung, Toleranz und Höflichkeit wurden von jeweils etwa einem Drittel genannt. Als sinnvolle Maßnahmen werden von je etwa der Hälfte Sprach- und Bildungsförderung in Kindertageseinrichtungen sowie Gratis-Deutschkurse angegeben.

Was die Einstellung zur EU betrifft, ist Österreichs Jugend mehrheitlich pro Brüssel eingestellt. Etwas mehr als die Hälfte sieht die Union eher oder sehr positiv, während der Rest neutral oder skeptisch eingestellt ist. Noch deutlicher fällt das Ja zum Euro als Währung mit 60,8 Prozent aus. Jeweils rund 20 Prozent glauben, dass es Euro und EU auch in 20 Jahren in ihrer heutigen Form noch geben wird - allerdings ohne die Türkei, wenn es nach jenen 80 Prozent geht, die gegen einen EU-Beitritt von Ankara sind.

Groß ist die Erwartungshaltung an die EU. 58,6 Prozent erhoffen sich die Bekämpfung des Terrorismus von Brüssel, 56,6 Prozent klare Lösungen in Sachen Einwanderungspolitik sowie 52,4 Prozent die internationale Friedensförderung. Befragt nach den Vorteilen der Union, liegt die Reisefreiheit mit fast zwei Dritteln weit vorne, gefolgt von der Niederlassungsfreiheit. Nachteile sieht nicht ganz die Hälfte im Konkurrenzdruck auf kleine Unternehmen, Einzelhändler und Bauern. Mehr als ein Drittel sieht die Individualität einzelner Länder in den EU-Vorschriften zu wenig berücksichtigt. Für fast ebenso viele leiden Umwelt- und Tierschutz unter der preisgünstigen Massenproduktion.

Ungeachtet der positiven Grundstimmung fühlen sich fast 40 Prozent am ehesten dem jeweiligen Bundesland zugehörig, wobei die Tiroler hier am obersten, die Wiener am untersten Ende der Skala zu finden sind. 34,8 Prozent fühlen sich als Österreicher, 10,8 Prozent als Europäer und 10,1 Prozent der Jugendlichen als Weltbürger.

Der Pkw-Führerschein ist heute nur mehr drei Viertel der Jugendlichen grundsätzlich wichtig, ein eigenes Auto für 41,7 Prozent. Immerhin verbinden 63,6 Prozent noch immer Freiheit und Unabhängigkeit mit einem eigenen Vehikel, knapp der Hälfte hilft es Zeit zu sparen und bietet Komfort. "Ist unnötig" meinen nur 2,9 Prozent der Befragten.

Vermutlich da die Umfrage vor den aktuellen Diskussionen rund um mögliche Fahrverbote durchgeführt wurde, würden sich mehr als 40 Prozent bei einem Autokauf für einen Dieselmotor entscheiden, 23,5 für einen Benziner und ein Fünftel für Elektroantrieb. Letzterer wird generell von zwei Dritteln grundsätzlich positiv beurteilt. Auch Carsharing hat bei mehr als der Hälfte ein gutes Image. Und 40 Prozent glauben, dass "autonomes Fahren" in fünf Jahren auf Österreichs Straßen Realität sein wird, während der Rest eher skeptisch bleibt.

Bargeld ist für mehr als die Hälfte der Jugendlichen das Zahlungsmittel der Wahl, gefolgt von der Bankomatkarte (28,7 Prozent) und (Sofort-)Überweisung mit 7,8 Prozent. Dass Österreich bald ohne Münzen und Scheine auskommen wird, ist für 53,2 Prozent unvorstellbar, während ein knappes Viertel diese Zukunftsvision für durchaus real hält. Begrüßenswert wäre eine bargeldlose Gesellschaft allerdings nur für ein Fünftel der Jugendlichen.

Im Durchschnitt verreisen die Burschen und Mädchen zweimal jährlich zu privaten Zwecken, wobei das eigene Land für mehr als 60 Prozent die Lieblingsdestination ist. Dahinter folgen Italien (47,8 Prozent), Kroatien (43,1) und Spanien (30 Prozent). Wenn jedoch Geld keine Rolle spielen würde, sieht sich ein Viertel in einer Villa in der Karibik, 13,8 Prozent cruisen in einem Wohnmobil durch Amerika und ein Zehntel startet einen Abenteuer-Urlaub in Australien. In der Realität ist bei jeweils etwa 40 Prozent die Angst vor Terror, Diebstahl oder Krankheit mit im Gepäck.

29.9.2017: Umfrage zeigt ÖVP vorne, SPÖ knapp vor FPÖ

Ein relativ unverändertes Stimmungsbild zeigt eine große Umfrage von Unique Research für ATV und "heute" drei Wochen vor der NR-Wahl: Die ÖVP liegt mit 34 Prozent auf Platz 1, dahinter die SPÖ (27 Prozent) knapp vor der FPÖ (25). NEOS , Grüne und Liste Pilz dürften im Nationalrat bleiben, andere Parteien keine Chancen auf den Einzug haben. Gut sieht es für die Wahlbeteiligung aus.

Der Vorsprung der ÖVP auf SPÖ und FPÖ ist laut Hajek signifikant, nicht aber der Unterschied zwischen SPÖ und FPÖ. Ein anderes Bild zeigt sich in der Kanzlerfrage : Da liegt Christian Kern (SPÖ) mit 29 Prozent nicht allzu weit hinter Sebastian Kurz (ÖVP) mit 31 Prozent - und Heinz-Christian Strache (FPÖ) mit 14 Prozent ist deutlich abgeschlagen.

Grüne, NEOS und PILZ werden in der Sonntagsfrage-Umfrage alle mit vier Prozent ausgewiesen. "Die Potenziale sprechen für einen Verbleib dieser kleineren Parteien im Parlament", so Hajek. Die Hochschätzung ist relativ schwierig: In den Rohdaten kommen sie alle auf drei Prozent - und unter den Unentschlossenen gibt es signifikant mehr frühere Grün-Wähler. Da sei die "Gretchenfrage", wo sie hingehen. Die ÖVP steht in den Rohdaten bei 27 Prozent, die SPÖ bei 21 und die FPÖ bei 18.

Die sonstigen Parteien - auch FLÖ, GILT, Weiße und KPÖ kandidieren bundesweit - können nicht auf einen Einzug in den Nationalrat hoffen. Sie werden in der Umfrage zusammen mit nur zwei Prozent ausgewiesen, vier Prozent wären nötig.

Das Interesse der 6,4 Millionen Wahlberechtigten an diesem Urnengang ist ziemlich groß: 79 Prozent gaben an, ganz sicher ihre Stimme abgeben zu wollen - was gegenüber den 74,9 Prozent Beteiligung 2013 schon deutlich mehr wäre. Nur 14 Prozent gaben an, noch unentschlossen zu sein. Das wären rund 700.000 Wähler, von denen freilich ein guter Teil auch zu Hause bleiben wird.

1500 Wahlberechtigte hat Unique Research von 21. bis 28. September befragt, 1.039 haben sich zur Sonntagsfrage deklariert. Die Schwankungsbreite gibt Hajek mit 2,5 Prozent an.

Allerdings sind noch nicht alle, die sich deklariert haben, schon hundertprozentig festgelegt: Nur 60 Prozent gaben an, dass sie die gewählte Partei "ganz sicher" ankreuzen werden. Die Werte für die Parteien seien in den letzten Wochen aber sehr stabil, merkte Hajek an - unterstrich aber gleichzeitig, dass die Hochschätzung keine Prognose über den Wahlausgang am 15. Oktober darstelle. Sie skizziere nur die Stimmung drei Wochen vor der Wahl.